Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Chewan
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 91 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Aufgabe. 2. -,vdh 91 Kraft, welche Einsicht und welches Leben ist aus solchem ״Lernen" zu erhoffen? Von anderer Seite sind ja eben aber auch die Anforderungen des einstigen bürgerlichen Berufes und die darauf vorbereitenden besonder» und allgemeinen Kenntnisse in keiner Weise zu vermachlässigen, und zwar nicht nur aus Rücksicht auf diesen einstigen bürgcrlichen Berus. Unser jüdischer Berus, die Rettung des gesetzestreuen Judenthums in unserer Zeit fordert gebieterisch, daß dessen Bekenner in keiner Weise hinter der allgemeinen zeitgenössischen Bildung. zurückbleiben. Und zwar wiederum nicht nur damit sie ihr heiliges Erbe in jenem allgemeinen Kreise Achtung gebietend zu vertreten vermögen, sondern vor Allem damit sie die geistigen, sittlichen und socialen Erscheinungen dieser ihrer Zeit in ihrem wahren Werthe, Weder überschätzend noch unterschätzend zu würdigen, sie vom Standpunkte des Judcnthums auf ihre wahre, berechtigte Geltung im Reiche Gottes zu reduciren vermögen nnd eben durch Kenntniß vor Vorurtheilen und Verirrungen geschützt bleiben, denen Unkenntniß bald nach der einen, bald nach der andern Seite unfehlbar in die Arme fällt. — Nur Unkenntniß läßt sich von falschem Glanze blenden, von hohlen Prätensionen schrecken, oder wirft auch das Wahre nnd Gute in dm Erscheinungen zu dem Hohlen und Schlechten — Kenntniß ist auch hier die einzige Waffe. Ist nun aber in der That der bürgerliche Berus in keiner Weise zu übersehen, so giebt es hier für unsere Unterrichts- und Erziehnngsaufgabe keinen andern Boden, als den, den schon vor mehr als einem Jahrtausend die wahrhaftigen ״Väter" unseres Volkes in den Maximen angewiesen: יפה חלמור חורה עם דרך ארץ, ja, אם אין חורה אין דרך ארץ אם אין דרך ארץ אין חורה, Maximen, durch welche religiöse und sociale Bildung in ihrer sich gegenseitig ergänzenden Geltung gewürdigt und als das Zwiegestirn an den Himmel unserer Erziehung und Lebensvollendung gezeichnet werden. Soll aber unser Jugcndunterricht beiden Bildungszwcigen unverkürzte Rechnung tragen, so kann dies weder durch Privatnnterricht, noch durch Religionsschulen neben den allgemeinen Lehranstalten, sondern nur durch Schulen erreicht werden,die, auf das einheitlichc Doppelprincip erbaut, beide Bildnngselcmente mit gleichem Ernst und gleicher Sorgfalt pflegen. Nur in ihnen ist für beides