Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Chewan
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 90 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Eheschwrn. Soll alle Theorie zur Praxis führen, soll auch dein Kind durch למור לידי מעשה kommen, so muß die Theorie auch vollständig für die Praxis vorbereiten und so wie deines Kindes praktisches Leben einst nicht nur auf ח׳שב׳ב sondern auf ת׳שב׳פ stehen soll, so wie mit einem Worte, dein Kind ein rabbinischer Jude, — kein Karaite — werden soll, so hast du es für diesen seinen künftigen Lebensberuf in keiner Weise ״gerüstet", so du es nicht zum Verständniß der rabbinischen Lehre führst. Und es ist auch diese Bekanntschaft mit den rabbinischen Schriften in unserer Zeit eine doppelt gebieterische Nothwendigkeit. Ist es doch eben dieses Gebiet, aus welchem die meisten Pflicht und Gewissen tödtenden Spiegelfechtereien von den ganzen und halben Feinden der jüdischen Gesetzestreue heut zu Tage versucht werden! Hat ja eben die rabbinische Unkenntntß, die man principiell der heutigen Generation anerzogen, allem Blendwerk Thür und Thor geöffnet, mit welchem man durch Kanzel, Zeitschriften, und mundgerecht gemachte Lebensmaximen im Gottesvolke die große Razzia unternimmt, die der vermeintlichen Zeitenforderung eutsprechen soll: השביתו מפנינו קחש ישראל! Du muht dein Kind seine Rabbinen aus ihren Schriften kennen lehren, damit es sie in der ganzen Hoheit und Klarheit ihres Geistes und Charakters und in der ganzen Redlichkeit und Trene ihrer Wirksamkeit kennen lerne und allen Verleumdern und Entstellern ihrer Persönlichkeit und ihres Wirkens mit selbstbewußter Verachtung den Rücken zukehren könne. Alles das ist mit einem paar wöchentlichen Stunden wahrlich nicht zu erreichen, und wenn — wie dies noch so häufig geschieht— dieser Unterricht, dem schon um deswillen die frischste, heiterste, lebendig munterste Energie deines Kindes gebührte weil er eben ja, wie kein anderer sonst, unmittelbar dem künftigen Leben als Wurzel dienen soll — wenn dieser Unterricht stch gleichsam mit dem Ab- Hub der geistigen Lebenszeit deines Kindes sich begnügen muß, wenn die paar Stunden, die ihm gewidmet werden, meist diejenigen sind, die der anderweitige Unterricht nicht mehr in Anspruch nimmt, und dein Kind zu den» Unterrichte in seiner eigenen eigensten Wissenschaft abgearbeitet und müde und verdrossen wie zu etwas Ueberflüssigem, allem übrigen Unterricht an Dignität weit Nachstehendem schreitet, — והבאתם גזול זאת הפסה ואת התולה — und wir unsere Kinder ״lahm und welk" zum Heiligthum bringen, welche Wethe und welche