Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 62 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932893-2945167--06029-2945237- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 Preßprozeß. anstellen kann, wenn man sich im Kreise einer Judenfamilie in Galizien oder auch in Wien befindet. Kinderlose Ehen kommen unter ihnen fast nirgends vor: dagegen sind Fälle nicht selten, wo ein Großvater 90, sage ״Neunzig" Enkel mustern kann, die eigenen Kinder des modernen Methusalem nicht gerechnet. Und dieser ganze Nachwuchs muß leben, und leicht leben, ohne schwere Arbeit, denn dazu wird er nicht erzogen. Mag sich auch hie und da ein jüdischer Handwerker finden; die Hauptbeschäftigung dieses Handwerkers und Landmannes selbst wird stets der Wucher und betrügerischer Handel mit den Christen sein." Ich erinnere da den katholischen Priester an die Prophezeiung, die er anerkennen muß, weil sie im Testamente steht, an die Vcrhetßung die Gott dem Abraham gemacht hat, daß seine Nachkommen sich vermehren werden wie der Sand am Meere, darüber gibt es nichts zu spötteln und zu freveln, am allerwenigsten aber wenn man ein katholischer Priester ist. Ist es nicht Skandal, wenn am Schlüsse eines Artikels sogar auf den ״liebevollen und milden Schtller" hingewiesen wird, welcher ebenfalls ״die Verworfenheit und Nichtswürdigkeit der jüdischen Nation" anerkannt haben soll? Und doch ist dies Alles nur das Geringfügigste, was ich als Skandal erklären muß. Die vorgelcsenen Artikel darüber was der Talmud enthält, was Eisenmenger als jüdisches Stttengesetz anführt, die Artikel über die Juden-Eide und die Anmerkung zu denselben, sie beweisen auf das Klarste Skandalsucht, und namentlich jene Stellen, wo es heißt, daß die Juden von Wucher und Betrug leben, daß sie den Wucher und Betrug zu ihrem Handwerke gemacht habe», daß sie blutgierig, rachsüchtig sind, daß sie falsche Zeugnisse gegen den ״Goi" abzulegen verpflichtet sind; wiederholt wird ihnen Blutdurst vorgeworfen, und gerade an jener Stelle, wo sich auf das Zeugniß Luthers berufen wird, heißt es. weiter: ״wir werden auf den schon im Alterthum gerügten Blutdurst noch zurückkommen ״ Ich muß davon Erwähnung mache», daß in der ״Kirchenzeitung" das fanatische Mährchen von dem Schlachten der Christenkinder am Osterfeste an mehr als einer Stelle auftaucht! In den Motiven des Beschlusses, womit in dem gegenwärtigen Falle die Einleitung der Specialuntersuchung begründet und gerechtfertigt wurde, heißt es, mit Hinblick