Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 61 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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Sebastian Brunner ovutiL Ignaz Kuranda. tzl Herr Vorsitzende hat z. B. selbst jene Knittelverse über Delikatesse» vorgelescn. Ist das nun ein Ton einer Kirchenzeitung? Ist sie dazu berufen sogenannte ״Schnaderhüpferl", wie sie das Volk nennt, jüdische Knittelverse, in denen der Mauschelton adoptirt wird, zu machen? Was haben diese Verse für einen andern Zweck, als die so tronisirkcn Juden öffentlich zu verhöhnen? Ist es nicht skandalös, wenn die ״Kirchenzeitung" einen Artikel, in welchem es heißt: ״Kirchen und Synagogen", sogleich in ihrer Weise zu der hämischen Bemerkung benützt: ״warum nicht lieber gleich ״Synagoge und Kirche" geschrieben werde, um die Suprematie der Juden über die Christen auszudrücken? Als ob in jener Zusammmenstellnng etwas besonderes liegen, eine Anmaßung von Seite der Juden gesunden werden könnte? Herr De. Sebastian Brunner nehme das erste beste Lehrbuch der Geographie zur Hand, und er wird bei der Beschreibung bedeutender Städte, wo Inden und Christen sich befinden, sogar in amtlich eingcführten Lehrbüchern unmittelbar hintereinander schöne Kirchen und bemerkenswcrthe Synagogen, und wenn Muselmänner dort leben, auch Moscheen erwähnt finden. Ich sehe nicht ein, wie durch die Hintereinanderfetzung von Kirche und Synagoge irgend etwas Anmaßendes ansgedrückt wäre, und wie so Herr D>־. Brunner, mag er nun selbst der Verfasser des Artikels sein?der nicht, genöthigt war, zu der skandalösen Wendung ״warum nicht lieber Synagoge und Kirche?" seine Zuflucht zu nehmen. Ist es nicht Skandal und Frivolität zugleich, wenn das Ueberhaudnehmen der Juden und ihre anerkannte Fruchtbarkeit in der ״Kirchcnzeitung" in einem eigenen Artikel in den Vordergrund gezogen und bespöttelt wird, der folgendermaßen lautet: ״Justus Anonymus, in der jüngst erschienenen Schrift: ״Die Judenfrage in Oesterreich und Europa," sagt: ״Eine andere Thatsache, und zwar eine sehr wichtige, hat Quirin Endlich in seiner Broschüre ganz übergangen: ״Die mit der übrigen Bevölkerung des Kaiserstaates in keinem Verhältniß stehende Zunnahme der jüdischen Race." Heute schon zählet sie eine Million Seelen, was schon mehr als viel ist, wenn man erwägt, daß Jüdinnen ebenso geschickt mit Geld manvvriren, wie die Juden selbst. Nach zwanzig Jahren werden sie gewiß zwei Millionen, wenn nicht mehr, zählen und so fort Eine Bemerkung, welche man nicht leicht