Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 53 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932893-2945167--06020-2945228- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sebastian Brunner contra Ignaz Knranda. 53 ständiger, wenn auch herber Weise geantwortet und mich widerlegt hätte; ich habe eine herbe Erwiederung und keine Schimpfworte erwartet. Was den Artikel über das Ueberhandnehmen der Juden in Wien anbelangt, so kann er mir nicht zur Last gelegt werden, ich habe ihn aus vr. Jaques' Brochürc wörtlich abgeschrieben. Ich kann nicht mehr thun, wenn ich die Gegenüberstellung eines solchen Artikels veranlaßte und dem Publikum selber überlasse, zu urtheilen, wer Recht hat. Als Skandalsucht kann man mir das nicht zur Last legen; er behandelte meine Partei als nltramontan, den Klerus als Pfaffe», wie dieses hier in diesem Buche schwarz auf weiß gedruckt ist. Ich möchte den Herrn Präsident ersuchen, daß er eine Stelle daraus vorlesen lasse, um zu sehen, wie dieser Herr schreibt, wie sie dieses ungestraft treiben und sich kein Mensch, keine Behörde darum kümmert. Präsident: Wollen Sie es selbst lesen, ich kann nichts mehr vorlesen lassen. r>*. Brunner (verliest die Stelle aus D\ Jaques Brochüre über die Stellung der Juden in Oesterreich, 3. Auflage, betreffend einen Ausspruch des Mntian). Diese Stelle ist auf die Ultramontanen angewendet, es hat sich jedoch kein Mensch darum gekümmert. Man nmfj nur wissen, wer Mntian war; er war gar nichts als Humanist (oder Lutheranist), er hat sich später bekehrt und ist katholisch geworden und hat seine Verkehrtheit sein ganzes Leben bitter bereut, nachdem ihm von seiner protestantischen Partei Alles gestohlen und sein Haus bis aus beii Boden ntcdergebrannt worden ist. Dieses Lob ist für ihn rein überflüssig, er ist nur belobt worden, um ihn zu citiren und Schimpf- Worte anzubringeu. Luther ist auch angeführt worden- Nun da steht cs in der ״Kirchenzeitung" selber darin, daß wir nicht mit ihm übereinsttmmen. Wie,überhaupt Luther ein genialer, jedoch ein herber und hsrter Mann gewesen ist, so ist er auch gegen die Juden verfahren. Es ist schauerlich, wie er gewüthct hat, das ist aber in seinem Naturell gelegen. Er ist auch angeführt als Mensch, das habe ich auch ausdrücklich in dem Artikel gegen die ״Ost-Deutsche Post" gesagt. Was die Jndeueide anbelangt, so habe ich den Artikel aus der ״Gegenwart" abgedruckt. Ich habe nicht gesagt, daß sie ihre Eide nicht halten, sondern nur angeführt, daß die Chassidim