Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 52 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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52 יי PreßprozA denthums von Deutschland" nennt, wo ich sogar zugebe, daß sie nicht strenge in die Kirchenzeitung paßt, obwohl es kerne Sünde und Schande ist, wenn ich ihm auch Nachweise, daß er auch Delikatessen ankündigt, wegen der Jnsertionögebühr. Wegen den Katakomben ist mir gesagt worden, daß die Notiz von einem Israeliten verfaßt worden sei. Wenn man die hiesigen Katakomben berüchtigt nennt, so ist das ein reiner Unsinn, sie sind gar nicht berüchtigt. Zeder, der die Geschichte kennt, wird wissen, daß diese Katakomben gar nichts anderes als einfache Begräbnißstätten gewesen sind, in die man nicht mehr hinabgchen darf, weil damit Gefahr verbunden ist, Die Gottesacker-Geschichte ist mit einer sehr höhnischen Bemerkung gegen den katholischen Klerus durch alle Blätter gelaufen, und wurde besonders von Juden ausgenommen und durch alle Blätter verbreitet, und nur ein einziges hiesiges Blatt hat die Widerlegung hiezu ausgenommen. So ist es auch mit dem Artikel des Herrn Kuranda, der ist überall ausgenommen worden. Es heißt dort, daß der Eisenmenger ein getaufter Jude ist. und das ist nicht wahr. Ich will das Alles schriftlich beweisen, mit literarischer Ehrenhaftigkeit, an einem andern Orte, hier ist nicht die Zeit, das auszufechten. Der Artikel des Herrn Kuranda ist auch übergegangcn in Philippson's Zeitschrift, und ich will nur sagen, daß, wenn auch das Gericht über Herrn Kuranda erkennt, daß er diesen Artikel nicht hätte schreiben sollen, so werden die andern Blätter dieses doch nicht aufnehmen. In Berlin, Hamburg u. s. w. bin ich einmal für ewige Zetten beschimpft. Diese Affaire ist mir schon zu häufig vorgekommen, und der Rücken eines katholischen Priesters muß stark genug sein, um das Alles ertragen zu können. Daß die öffentliche Stimmung eine antichristliche ist, ist sehr viel durch die Blätter verschuldet worden. Es ist das eine konstatirtc Thatsache; denn ein Volk, welchem man Jahr aus, Jahr ein etwas vorbetet, was in einer ganz verdrehten Weise dargethan ist, muß natürlich dem demoralisirenden Einfluß unterliegen. Das sagen die ״historischen Blätter" in den jüngsten Ausgaben, daß die Tagesblätter die Demoralisirung des Volkes verschuldet haben; ich sage das nicht von allen Blättern. Ich mnß Herrn Kuranda das Zeugniß geben, daß sein Blatt kein gewöhnliches Schmahblatt, daß es sehr gut geschrieben sei. Ich hätte sicher nicht geklagt, wenn Herr Kuranda mir auf alle diese Punkte in an»