Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 42 (sequence 5)
- Language
- German
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42 Eisenmenger aus, ich bitte diese zu lesen. Da ist z. B. Michaelis orientalische Bibliothek: Ritter Michaelis, der berühmte Verfasser deS mosaischen Rechts, ist eine wirkliche Autorität. De. Brunner: Ich bitte mir nur einen einzigen Schriftsteller zu nennen, der ihn wiederlegt hat- Herr Kuranda (auf Michaelis deutend): Hier haben Sie einen. (Liest eine Stelle aus Michaelis.) (Johann David Michaelas orientalische und exegetische Bibliothck. Fünfzehnter Thetl. Sette 117.) ״Wer die besten Rabbtnen selbst gelesen hat, wird wissen, daß Eiseumenger's entdecktes Judenthum zwar ein curteuses Buch ist, das vielleicht geschrieben zu werden verdiente, um auch Juden auf der schlimmen Seite kennen zu lernen, daß man aber doch der Jüdischen Religion groß Unrecht thun würde, wenn man sie darnach beurthetlte. Schriebe jemand nach eben der Art, mit Anssuchung alles Bösen das sich bet irgend einigen unserer Schriftsteller fände, ein entdecktes Christenthum oder Lutherthum, so würden wir es mit Bewußtsein unserer Unschuld eine Lästerschrtft neuncn. Indes findet Eisenmenger doch immer viel Glauben, so unglaublich es auch scheinen möchte, daß das die Religionsgesinnungen eines ganzen unter uns lebenden Volkes sein sollten, von dem wir doch so manche aus einer bessern Seite kennen. Selbst von Obrigkeiten geschieht oft den Juden ans Glauben an Eisenmengern und seines gleichen wehe, z. E. wenn sie Gebete, wegen des Sinnes den ihnen einige Juden geben, als wider die Christen, wider die Obrigkeit, die sie schützt, selbst wider Protestanten, denen zu Gunst die Juden doch so sehr große Ausnahmen machen, gerichtet, mit Jnquisitionsstrenge untersagen: geschieht dies gar bei solchen Gebeten, die wirklich aus den Psalmen genommen sind, so kommt es mir eben so vor, als wenn der Reichsfiskal mit Berufung aus den Relizionsfrieden darauf antragen wollte, daß den Protestanten, verboten würde, Ps. LXXIX, 6. 7. zu beten, oder mich anklagcn, daß ich diese Worte mit übersetzt hätte, weil einmal beim Streit über das Bußtagsgebet in Hamburg ein, noch dazu sehr gelchrter und orthodoxer Lehrer, bet diesen Worten an ein Gebet gegen die Katholiken gedacht hatte; und jenes Verbot klei-