Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 40 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Preßprozeß. citirtj hier tritt er nun bereits in Reih und Glied unter den Autoritäten auf, die Herr Brunner selbst gegen die Juden vorzuführen hat; dies hier ist von keinem Berliner geschrieben. Dr. Brunner: Das ist auch von einem Berliner. Herr Kuranda: Wenn Sie eine Zeitung herausgeben, die von lauter Berlinern geschrieben ist, so lassen Sie die Zeitung in Berltn erscheinen und nicht in Wien. Dt־. Brunner: Ich sehe nicht ein, wozu dieseDtscusfion dienen soll. Wenn Ihnen darum zu thun war, mir meine Unwiffenheit und Ignoranz nachzuweisen, so bitte ich dagegen den Umstand zu konstatiren, der mich nöthigte, die Klage einzuleihen. Ich habe eine zweimalige Aufforderung an Herrn Kuranda ergehen lassen, er solle mir die Jrrthümer, die er mir vorgewvrfen, Nachweisen und meine Angaben widerlegen und er hat es nicht gethan. Diese Aufsorderungen bitte ich dem Prästdtum vorlesen zu lassen. Dr. Berger: Ich habe gar nichts dagegen, daß dieselben vorgelesen werden, nur glaube ich, daß das Beweisverfahren von Herrn Di־. Brunner nicht unterbrochen werden soll. Herr Kuranda: Ich hoffe die Geduld des hohen Gerichts- Hofes nicht zu ermüden, wenn ich jetzt auf einen sehr wichtigen Artikel übergehe. Ich bitte die Sette 12 im Jahrg. 1860, überschrieben: ״Merkwürdige Sittenlehren" aufzuschlagen. Diesem Artikel geht ein Motto voraus, welches wahrscheinlich von dem Autor herrührt, wird verlesen. Dieser Aufsatz ist nicht unterschrieben, es folgt ihm ein zweiter Artikel, welcher auch nicht unterschrieben ist; es find dies somit Aufsätze der Redaktion, welche den Zweck haben, darzuthun, daß die Sittenlehren in den jüdischen Schriften geeignet seien, die Sicherheit, das Leben ihrer christlichen Mitbürger zu gefährden. Ich gestehe ganz offen, wenn ich dieses durchlese, so graut mir selbst vor den Juden. Und cs haben diese Cttate eine gewisse Autorität, denn «in Mann, der sich so vielr Mühe genommen hat, der so tiefe Kenntniffe in der hebräischen Sprache, so ausgezeichnete Literaturkenntntsse besitzt, der Alles so genau zusammen gesucht hat, ist eine Autorttät, und wenn diese Autorität spricht, da haben wir frivole Journale zu schweigen,.und der Landgeistltche, der diese Stellen liest hat volles Recht, an die Autorität eines solchen Gelehrten zu glauben.