Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 12 (September 1860)
- Article
- Das Rundschreiben des Vorstandes zu Stuhlweißenburg gegen Herrn Dr. Gugenheimer, Rabbiner daselbst
- Date
- 1860-09-01
- Page
- 658 (sequence 21)
- Language
- German
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658 Dar Rundst, des Vorst, zu Stuhlwetßenburg gegen Hrn. Or. Gugenheimer rc leeiienu nicht zu streichen; wer es streicht, wirft einen Stein der Verdächtignng lästernd aus daS Grab aller unserer Heimgegangenen menschlich großen Väter. Wir glauben unser Pensum gelöst zu haben, und glauben das Rundschetben des Vorstandes in seiner vollendeten Nichtigkeit, ja al eine nur aus ihn selbst in gravtrendster Weise zurückfallende Klageschrift erwiesen zu haben. Nur Einen Klagepunkt haben wir noch unbesprochen gelassen, obgleich er der gravirendste ist und wir in nicht minderm Grade von dessen vollendeter Unwahrheit wie in Beziehung aus alles Uebrige überzeugt sind. Wir besprechen ihn ganz zum Schluß, weil er s o gravirend ist, daß, wenn auch nur ein Hauch von ihm mit der Wahrheit bestände, dann der Rabbiner, den er träfe, und wenn er mit Allem, wie wir gesehen, auch noch so vollends im Rechte ist, doch keines Wortes der Vertheidigung würdig wäre. Der Vorstand hat nämlich die Stirn: den Rabbiner vor dem Forum der Oesfentlichkeit zum — wir haben kein anderes Wort dafür — zum Schurken zu stempeln. Er beznchtigt ihn nichts geringern, als daß er, ״dem sie als Geistlichen aus Wort glaubten", siebet seiner Anstellung ״hinters Licht geführt" und sie hinsichtlich seiner religiösen Grundsätze und der demgemäß von ihm zu hegenden Er- Wartungen ״getäuscht" habe. Es sind dies die schwersten, Vernichtendsten Beschuldigungen, die aus das Haupt eines Mannes gehäuft werden können. Ein Mann, der das vermöchte, verdiente nicht nur nicht Rabbiner, er verdiente überhaupt nicht zu sein. To reign, not to live, möchten wir mit Shakespeare bei einem ähnlichen Falle sage,:. Nun sind aber wir, nein, nicht wir, denn unsere Ueberzengung ist hier begreiflicherweise von keinem Gewicht, allein es sind gewiß alle, die je mit dem jetzigen Rabbiner zu Stuhlwetßenburg in Berührung gekommen, es sind sicherlich alle die Mitglieder seiner srühern und auch diejenigen seiner jetzigen Gemeinde überzeugt, daß wenn ihrem Rabbiner irgend eine Tugend eigen, es die Tugend der Offenheit und Gradhett, und es ihm geradezu unmöglich ist, sei es bet irgend welcher Gelegenheit, seine Ueberzeugungen und Grundsätze zu verleugnen. Hätten wir daher auch nichts als diese unsere subjektive Ueberzeugung, wir würden gleichwohl lediglich aus Grund