Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 12 (September 1860)
- Article
- Das Rundschreiben des Vorstandes zu Stuhlweißenburg gegen Herrn Dr. Gugenheimer, Rabbiner daselbst
- Date
- 1860-09-01
- Page
- 657 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932877-2932890-2945104--05941-2945143- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kritisch beleuchtet von Rabbiner Hirsch. 657 schenliebe zu üben; ואויבינו פלילים, das werden uns unsere nichtjüdij schen Brüder selbst bezeugen. Was ihr Religionsstifter gelehrt: ״tie-? bet eure Feinde und thut ihnen wohl", was vor ihm der jüdische! Weise gesprochen: ״wenn deinen Feind hungert dann speise ihn" u.! s. w., was vor beiden Gottes ewiges heiliges Wort geboten: stehst! du das Thier deines Feindes unter seiner Last erliegen re, das hat j das jüdische Volk in all den Jahrhunderten seiner Zerstreuung prak- ן hsch geübt, und hat überall und immer sich als die Ersten bewiesen, wo es galt der Privat- oder öffentlichen Noth der nichtjüdischen Welt mit edler Menschenthat beizusprtngen. Sie haben sich bewährt als die Rachamanim bene Rachamanim, als die barmherzigen Kinder barmherziger Eltern, als Sera Abraham, als die ächten Sohne Abrahams, der seine Hütte voller Erbarmen öffnete unterschiedlos allen Hülfsbedürftigen. Die das Nekom leenenn schrieben, die das Nekom leenenu heteten, hatten eben so wenig Rachegefühle in ihren Herzen, wie der StnhlweiHenburger Vorstand und seine Genossen, hatten noch eben so מקרש השם, durch Menschenliebe und menschliche Gesinnung und menschenliebende Thai gegen ihre nichtjüdische Mit- Welt Gott verherrlicht, und ihr rachesreies Gemüth war ein um so größerer Triumph jüdischer Seelcngröße, eben weil sie mehr zu leiden hatten als die heutige stuhlweißenbnrgische Zeitgenoffenschaft, lind wollen wir wissen, was ihnen diesen Triumph jüdischer Seelengröße erleichtert, ja, was ihnen denselben ganz eigentlich ermöglicht, das waren eben diese Gebete, durch die unsere heutigen Moßerim uns verdächtigen. Eben indem das jüdische Volk gelehrt ward, Gott die Vertretung seiner verkannten und mißhandelten Menschenrechte anheimzugeben, und diese Vertretung, diese Nekama, in der Verhetsiung Gottes nur Hand in Hand mit der eigenen und der gleichzeitigen geistigen, sittlichen und socialen Wiedergeburt der Gesamoit- Menschheit zu erblicken, eben dadurch ward es ihm möglich, die ganze Bürde der drückenden Gegenwart, wie der hebräische Ausdruck ist, auf Gott zu ״wälzen", sich selbst aller Selbstrache zu entkleiden, den letzten Tropfen der Bitterkeit ans dem Gemüthe zu wische» und mitten in einer feindseligen Welt als das Volk der Barmherzigkeit und der Menschenliebe zu wandeln. Würde nicht schon die gesetzliche Vorschrift es verbieten, unser und unserer Väter polai ck'konn-m.- würde erfordern, das Nekam