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Jeschurun · 1860-09-01 · Heft 12 (September 1860) · p. 655

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 12 (September 1860)
Article
Das Rundschreiben des Vorstandes zu Stuhlweißenburg gegen Herrn Dr. Gugenheimer, Rabbiner daselbst
Date
1860-09-01
Page
655 (sequence 18)
Language
German
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kritisch beleuchtet von Rabbiner Hirsch. 655 diesem Hinblick auf die Gerechtigkeit Gottes und ihrer Verheißung, wessen ssch irgend eine Zeit zu schämen, an der sich irgend eine Zeit nicht zu erheben und für die Prüfungen des Lebens nicht zu stärken hätte! Es ist das Wort ״Rache", >:nter dem man sich den hebräischen Begriff Nekamah deilkt, der den Gefühlen widerstrebt. Allein dieses Wort entspricht nur einseitig dem hebräischen Begriff. Nekamah ist unsittlich, wenn sie Selbstrache ist und Böses mit Bösem vergilt. Als solche spricht Gott in seinem heiligen Gesetze, lo thtkom, du sollst dich nicht rächen. Allein Nekama ist auch, und von Gott gebraucht ist es ausschließlich die leidende Unschuld vertretende, rich-׳ tende Gerechtigkeit. So 2. B. M. 21, Nako!» Zinokem von der richterlichen Gerechtigkeit, die den durch Mißhandlung des Herrn getödteten Sklaven gegen den Herrn vertritt. In dieser Beziehung spricht Gott li Nakam Weschillem 5 B. M. 32, 25. Mein ist Nakam, mein die Vergeltung. Will man dies mit ״Rache" wiedergeben, immerhin, nur entferne man davon die unsittliche Beziehung, die dem Worte in dieser Anwendung nicht innewohut. Auf diese, die mißhandelte Unschuld vertretende Gerechtigkeit Gottes, auf diese Nikmath Haschem, wird aber das jüdische Volk, ja, werden die Völker ganz entschieden in der Verheißung Gottes hingewiesen, und das letzte Wort, das Moses, der Mann Gottes, als Vermächtniß seinem Volke in dem Abschiedsliede hinterließ, ״das nimmer von seinen Nachkommen vergessen werden soll", das letzte Wort Mosiö, des Manires Gottes, lautet also: ״Bringt sein Volk znm Jauchzen, denn das Blut seiner Diener ״jickom", wird er richtend (״rächend") vertreten und dann wird sein Volk seine Menschen-Erde sühnen." 5 B. M. 32, 43. Auf diese Verheißung blickt Israel in dem hier zur Besprechung vorliegenden Gebetsatze hin. Diese hervortretende Gerechtigkeit Gottes begreifen Psalmen und Propheten ganz so wie unser Gebet als Bedürfniß und Mittel für die Förderung des Gottesreiches, für die Verbreitung der Gotteserkenntniß auf Erden. ״Warum sollen die Völker sprechen", heißt es in den Psalmen, ״wo ist ihr Gott? Möge darum unter den Völkern vor unser» Au- ״gen erkannt werden die das vergossene Blut deiner Diener vertre- ״tende Gerechtigkeit", leenenu Nikmath re. Und Jesaias 35,4: ״Spre- ״chet zu den Eilfertigen, seid stark und fürchtet nicht, seht, euer

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