Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 12 (September 1860)
- Article
- Das Rundschreiben des Vorstandes zu Stuhlweißenburg gegen Herrn Dr. Gugenheimer, Rabbiner daselbst
- Date
- 1860-09-01
- Page
- 654 (sequence 17)
- Language
- German
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654 Da- Rundsch. de» Vorst, zu StuhlweißeuSirrg gegen Hrn. I)r. Gugenhetmer rc. auscrwählte Gleichgesinnte, die sich zu dem Adel der Gesinnung emporgeschwungen, aufwelchem der Inhalt dieses kurzen Gebetsatzes ihreu Gefühlen so sehr widerstrebt! Und was ist der Inhalt dieses furjeit liturgischen Satzes, in welchem Zusammenhänge steht er in dem Gebete, und welche Bedeutung hat er in der Liturgie? An den ersten Tagen des Neujahranfangs, an welchen die jüdtsche Gesammtheit in dem doppelten Bewußtsein ihrer unendlichen Hülfsbedürftigkeit und ihrer unendlichen Unwürdigkett mit allen ihren Hoffnungen und Wünschen, mit all ihren Sorgen und Aengsten betend zu der unendlichen Barmherzigkeit des Einig-Einzigen sich fluchtet, schließt sie eine Reihe zu ihrem ״Vater und Könige" gesandter Gebete mit den Bitten: ״Thue es wegen der um deinen heiligen Namen Gemordeten, thue es wegen der um deine Einheit Geschlachteten, thue cs um derer willen, die um die Heiligung deincs Namens in Feuer und Wasser gegangen. Zeige dich vor unfern Augen als Rächer des unschuldig vergossenen Blutes deiner Diener. Thue cs um Deinetwillen, wenn nicht um unsertwillen, thue es um Deinetwillen und hilf uns, thue es um deines unendlichen Erbarmens wissen, thue es wegen deines großen, allmächtigen und furchtbaren Namens der über uns genannt ist, schenke uns Gnade und erhöre uns; denn wir haben kein Verdienst, erzeuge uns Milde und Gnade und hilf uns!" Wer sieht nicht, daß hier, am Schlüsse ihrer Wünsche und Bttten vor Gott die jüdische Gesammtheit, in dem Bewußtsein ihrer Verdicnstlosigkcit, alle die Seiten hervorhebt, aus denen sie Zuversicht auf eine erhörungsrciche Zukunft schöpfen dürfte, selbst wenn ihre eigenen Tugenden nicht ausreichen. Auf das Verdienst der Väter weist sie hin, die die qualvollsten Märthrertode um die Heiligung und Verherrlichung des göttlichen Namens gestorben; auf die Gebechtigkeit Gottes, der es verheißen, daß er sich als Rächer des unschuldig vergossenen Blutes bewähren werde; auf die Verherrlichung und Heiligung des göttlichen Namens überhaupt, die Gott an die Erhaltung des jüdischen Volkes geknüpft, und die durch dessen Er- Haltung gefördert wird; an die unendliche Barmherzigkeit, Liebe und Gnade endlich, die auch ohne Verdienst der Sterblichen immer bereit ist eine neue Heilcszukunst zu eröffnen. Was ist an diesen Geboten, selbst an dem Nekom leenenu, au