Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 12 (September 1860)
- Article
- Das Rundschreiben des Vorstandes zu Stuhlweißenburg gegen Herrn Dr. Gugenheimer, Rabbiner daselbst
- Date
- 1860-09-01
- Page
- 653 (sequence 16)
- Language
- German
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kritisch besuchtet svn Rabbiner Hirsch. 653 in Erfüllung meiner Amtspflichten gehindert, so verlange ich auch deine Segenssprüche nicht und habe keinen Wunsch dafür. Wo ist der Rabulist, der aus einem Schweigen überhaupt, und aus einem solchen Schweigen insbesondere, eine Injurie herauszudcduciren vermochte! Wo ist aber auch der rechtschaffene Mann, welchen Kreises auch immer, der dem Rabbiner ein solches Schweigen verübeln möchte, ja, der nicht an seiner Stelle das Gleiche gethan! Daß es ihm, dem Rabbiner, auch hierbei in keiner Weise um seine Person, sondern lediglich um die Sache zu thun war, das hat er — nach den mir vorliegenden Mittheilungen — unzweideutig dadurch bewiesen, daß er Männern, die sich in wohlwollender Absicht zur Vermittelung zwischen ihm und dem Vorstande bemühten, wiederholt erklärte: er verlange durchaus keine Genugthuung vom Vorstande, er verlange nichts als die Zusicherung abseiten des Vorstandes, daß er ihm in Zukunft in Erfüllung seiner Pflicht hinsichtlich des Jssor Wehetther und des shnagogalen Ritus nichts in den Weg legen wolle, dann wolle er das Vergangene völlig vergessen haben und das alte Verhältniß zum Vorstände wieder eintreten lasten. Einen Punkt, 4, haben wir oben absichtlich übergangen, um demselben ein paar ausführliche Worte am Schluffe zu widmen. DaS ad 4 perhorrescirte ״Nekom leenenu" ist ein sanktionirter Bestandtheil der bestehenden Liturgie, dessen Beseitigung Niemandem zusteht. Es ist auch eine einfache Unwahrheit, daß, wie der Vorstand vorgibt, es von den meisten, selbst ganz orthodoxen Gemeinden bereits beseitigt wäre. Die Beseitigung wäre auch, wenn an sich schon, wie jede andere Verstümmelung der recipirten Liturgie, ungesetzlich, so insbesondere durch die von! Vorstande angedeuteteu Motive eine hochmüthige Lästerung aller vergangenen Geschlechter und der so unendlich großen Majorität aller lebenden Zeitgenossen, die alle dieses Nekom leenenu gebetet haben und beten. Wären die vom Vorstande angedeuteten Motive begründet, so hätten alle unsere heimgegaiigegangenen Väter seit Jahrhunderten, so hätten alle die großen Geister unserer Vergangenheit, denen wir das Beste verdanken, das wir unser nennen, Gefühle vor Gott im Gebete gehegt, deren wir uns heute zu schämen hätten, und unter der unendlichen Mehrzahl der jüdischen Beter, die am ernsten Neujahrstage noch heute vor Gott betend stehm, sind es nur die Vorsteher zu Stuhlweißcnburg und wenige