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Jeschurun · 1860-09-01 · Heft 12 (September 1860) · p. 633

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 12 (September 1860)
Article
Elul
Date
1860-09-01
Page
633 (sequence 7)
Language
German
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Unsere Aufgabe. 833 die ״theologische" Unwissenheit des Volks geflissentlich als wtllkommenen Satelliten seiner ״theologischen" Bestrebungen nährt, um dann vom theologischen Dreifuß als ״Schrtftgelehrter" zum Latenoolke Orakel zu sprechen, deren Wahrheit daS Volk in seiner glücklichen Unwissenheit auf Treue und Glauben seiner ״Geistlichkeit" hinzunehmen gezwungen ist. Darum Lernen, Lernen! Um so mehr zu lernen, je mehr Unwiffenheit der größte Feind der jüdischen Lcbensbestimmung und je mehr eben Unwissenheit der größte Krebsschaden unserer jüdischen Gegenwart ist. Lernen! Gründlich lernen, חורה נביאים וכתובים ,שס ופוסקים lernen, und nicht wenn du und weil du werden willst, sondern vielleicht eben wenn du und weil du es nicht werden willst, lernen, als Commis und Kaufmann, als Handwerker und Künstler, als Arzt und Gelehrter ״lernen". Mit jedem Kundigen erwächst der Sache der Wahrheit ein Bollwerk und der Gottessache ein Streiter, und gegen die Ansteckung schwatzender Thorheit und gaukelnden Psaffenblcndwerks wappnet keine Rüstung als Kenntni ß. War aber von jeher die Pflege der Thora-Kenntniß nicht nur Sache des Einzelnen, war von jeher die jüdische Gesammtheit unb Zeder, den Geist und Herz, Kraft und Mittel zur That für die Sache der Gesammtheit befähigt, darauf hingcwiesen vor Allem in erster Linie für die Pflege der Thorakeuntniß zu sorgen, so ruft unsere Zeit mit doppeltem Ernst zur Erfüllung einer solchen Gesammtheitpflicht auf. Nur ein thorafeindlicher Jannäns inochtc sagen: תורה במקום זויח מונחת כל הרוצה ליטול יבוא ויסיק, die Thora liegt im Winkel, wer sie nehmen will, kann sie nehmen! Was heutzutage im Winkel liegt, läßt man im Winkel liegen, und heutzutage liegt sie nicht einmal im Winkel. Die Gelegenheiten zu ״lernen" sind selten weil — dank sei es dem feit 50 Jahren gepflegten Achcr-System — der zu lehren Befähigten wenige sind, diese Wenigen gezwungen sind zur Selbsterhaltnng ihre Zeit anderen Bestrebungen zuzuweudcn, unb die Lernenden leiblich oder geistig und sittlich verkümmern und verkommen müßten, wen» sie die frische, volle Jugendkrast an die zu erringende Kenntniß und Wissenschaft der Thora setzen möchten. Es fehlen die Freistätten der Thora, die Lehrenden und Lernenden die Möglichkeit einer von bitterer Sorge nicht umdüsterten geistigen Pflege der gött- Uchen Geseheskundc eröffnet?». Die pekuniären Mittel für solche Freistatten der Thora wären sogar als Vermächtnist einer für Wege der

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