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Jeschurun · 1860-09-01 · Heft 12 (September 1860) · p. 632

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 12 (September 1860)
Article
Elul
Date
1860-09-01
Page
632 (sequence 6)
Language
German
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682 reden zu lassen versteht. Denn in der Gegenwart — bei wem soll er sich Raths erholen — nach welchem Maststab soll er die Vertrannngswürdigkcit des Mannes messen, bei dem er sich Raths erholen mochte, daß er auch das nach menschlicher Beschränktheit möglichst ungetrübte und wahrhaftige Wort göttlicher Wahrheit erfahre? Ist man doch wie Acher in den Kreis des Jugendnnterrichts getreten, und hat die Jugend von den Schriften des göttlichen Gesetzes fortgejagt: ״Der soll einmal Zimmermann, der soll Handwerker, der soll Kaufmann werden u. s. w. was soll ihnen die Theologie?!!" und hat die göttliche Gesetzeskunde, die Gott und die treuen Meister seines Wortes zum Gemeingut des ganzen Volkes bestimmt — מורשה קהלת יעקב — zum Monopol der ״Theologen" gemacht, und da steht nun die in Gesetzesunknnde ausgewachsene Gegenwart nicht mehr einheitlich um den Einen Sinai, auf dessen Gipfel die Eine göttliche Flamme des Gesetzes Allen leuchtet; zwischen Garisim und Ebal stehen sie, zwischen dem durch den rauhen vereinsamten Eliahu's Geist aus die alte jüdische Nationalität und den alten jüdischen Berns wieder ans seinen Trümmern aufgerichteten Gottesaltar, und einer durch Majorität imponirenden und durch Gaukelei blendenden Baals-Theologie stehen sie, stehen zwischen ״Neu und Alt" ttitb so!- len sich entscheiden zwischen Baal und Gott — und wissen nicht, können nicht wissen, werden nie mit reinster Uebcrzeugung wissen wo Baal, wo Gott, wenn sie Gott nicht aus seinem Gesetze selber kennen gelernt. Es gab eine Zeit, wo es nur hieß לא עם הארץ המיר, es ist eine Zeit, wo es heißt לא עס הארץ ישראל! Denn ohne selbsteigene Quelleneinstcht in das nationale Schriftthum des göttlichen Gesetzes weiß Keiner mehr, in welchem Lager er Israel und die Bundeslade zu suchen habe. Keiner mehr, wo ihm Wahrheit winke. Es sei denn, daß jeden einigermaßen Besonnenen schon die Betrachtung auf den rechten Weg zu leiten geeignet sein dürfte, daß da wohl doch mehr Wahrheit und vertrauenswürdige Treue zu suchen seiwo man — den Fußtapfen der ganzen jüdischen Vergangenheit folgend — es als die höchste Lebens- und Strebens-Aufgabe betrachtet: להרביץ הורה מישראל, die Gesetzeskunde im Volke zu verbreiten, das Volk, die Jungen und die Alten zur ״Schriftgelehrsamkeit" selbst heranzuziehen, das Volk selbst zu ״Theologeu" zu bilden, somit den ״Laien" in möglichst großer Ausdehnung ״die Akten des Streites xvx SelbVentscheidung in die Hände zu geben, als da — wo man

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