Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 12 (September 1860)
- Article
- Elul
- Date
- 1860-09-01
- Page
- 631 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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ttnfete Aufgabe. 68.1 lichen Wesens, und in noch trauriger Vermischung desselben mit ganz anderen Erscheinungen, es um sein eigenstes Wesen — und um seine unveräußerlichsten Ansprüche gebracht, und es damit von dem Markte des Lebens und dem Herzen des Volkes in die Tempel der Andachtstunden und in die Studtrzimmer der Gelehrten verwiesen. Man nennt es ״Theologie" und hätte es doch — wenn man denn sür etwas, das nur ein sus xsr so, ein sas 8u.i genoris ist und sich somit der Unterbringung unter irgend einen Klassenbegriff völlig entzieht, gleichwohl einen andern Namen haben wollte — vielmehr ״Anthropologie" nennen sollen. Denn nicht Theologic, nicht die Lehre von Gott, nicht menschliche Gedanken von dem, seinem Wesen nach transcendenten, alle menschlichen Begriffe überstcigenden Wesen: Gott, sondern die Lehre vom Menschen, göttliche Gedanken und Willensbestimmungcn über den Menschen, diesen, dem Menschen in allen seinen Tiefen und Entfaltungen nächsten und Jeden! zugänglichsten Erkenntnißvorwurf enthält die Thora, in welchcm Kreis die Lehre von Gott nur in dessen Beziehungen zum Menschen anftrüt — ist somit Anthropologie — זאת חורת הארס — aber Anthropvlogie in!veitcster, erhabenster Bedeutung: GotteS — des Menschen-Schopfcrs, des Menschen-Gcbieters, des Mcnschen-Richters, des Menschen-Vatcrs und Erziehers in Natur und Geschichte, durch Natur und Geschichte, — Gottes Offenbarungen über die Natur und Bestimmung des Menschen im Raume der Natur und in den Zeiten der Geschichte, das ist die Thora, die eben darum zu Zeglichem spricht: לא ג&לאח היא ממך ולא רהוקה היא, sie ist nicht zu hoch und zu fern von dir, ׳ קרוב אליך הדבר מאוד“ סי״יך ובלפבך לעשותוv, vielmehr ist dir ihr Wort unendlich nahe, in deinem Munde, in deinem Herzcn cs zu vollbringen — eben weil es nichts enthält, das du nicht mit Geist und Herz erfassen könnest, erfassen müssest um es eben zu vollbringen — und die darum von Jeglichem zu jeder Zeit erwariet: והגיח מ יומת ולילה! Zn jeder Zeit von Jeglichen! — und nun zumal in einer Zeit wie die uusrigc! Wer heut zu Tage vor seinem Gotte gerecht werden will in seinem Wandel vor Gott, wer heute wissen will was seine Pflicht als Jude heischt — er ist verloren, er ist rathlos verloren, wenn er nicht selbst das Wort des göttlichen Gesetzes in die Hand zu nehmen und die jüdischen Geister der vergangenen Zeit zu sich