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Jeschurun · 1860-09-01 · Heft 12 (September 1860) · p. 630

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 12 (September 1860)
Article
Elul
Date
1860-09-01
Page
630 (sequence 4)
Language
German
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S80 Klut. Israels, seines Hüters, Intelligenz unverwandt darauf gerichtet ist. Ist schvn jedes Kleinod in seinem Dasein gefährdet, so es dem Bemußt sein seines Hüters entschwindet, so das Ange des Hüters auf Anderes gerichtet ist, und zuletzt des anvertrauten Gutes völlig, oder doch der zu dessen Erhaltung nothwendigen Bedingungen vergißt: so ist die Existenz eines geistigen Gutes völlig verloren, sobald es dem Geiste seines Depositärs auch nur zu entschwinden beginnt, und vor Allem, eines geistigen Gutes wie die Thora, das eben "״ ״תורהgeistige Befruchtung" des Geistes und Gemüthes, des Seins und des Lehens sein soll und das eben in der Bewältigung, Durchdringung, Umwandlung und Gestaltung des ganzen geistigen und leiblichen Daseins und Lebens eines Menschen und einer Nation, sein wirkliches und wahrhaftiges Dasein angewiesen bekommen. Dessen Dasein beginnt mit der Aufnahme desselben in den Geist; denn nur von dem Geiste aus, von der aus ihm geschöpften Idee der sittlichen und socialen Aufgabe aus kann das Verwirklichen derselben im Leben beginnen, und je reiner, je klarer, je vollständiger und je unablässiger sich der Geist mit dem Begriff der von ihm durch Wille und Kraft, Mittel und That zu verwirklichenden Aufgabe durchdringt, um so reiner und vollkommener wird diese Aufgabe ihre stete Verwirklichung, ihre Wirklichkeit in unfern Einzel- und Gesammtleben finden — כל שאינו במשנה אינו במעשה, was nicht im Geiste ist wird auch nicht in der That da sein—und nur soviel wird jede Zeit und jeder Mensch von der Thora vollbringen, als von dieser in ihrem Geiste zum Bewußtsein gekommen. Darum heißt ״Hütet!" vor Allem: ״Lernet?" Und wie groß ist schon diese Aufgabe des Lernens aus diesem ersten, allgemeinsten und unveränderlichen Gesichtspunkte aus! Und wie ist sie trotz ihrer Größe doch Jedem gestellt, und von Jedem nach dem vollen Ausmaß seiner Kräfte zu erstreben! , Zahlreich wie die mannigfachen Beziehungen des Lebens, und in Wahrheit unbegränzt und unabschließbar wie die Entwickelungen derselben ist das Gesetz, das eine Mutter dieses Lebens, das Erzengerin und Gebärerin, Erzieherin und Königin dieses Lebens sein soll, das somit dieses Leben in allen seinen Momenten und allen seinen Wechselbeziehungen umfaßt. Man nennt es ״Theologie" und hat mit diesem Namen, in trauriger Verkennung seines eigenthüm-

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