Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 11 (August 1860)
- Article
- Das Hamburger Attentat
- Date
- 1860-08-01
- Page
- 597 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Artikel III. Die Faktoren 0) der Rabbiner. 597 ob ״trotz alledem die gerichtliche Scheidung, nachdem er ״einer freiwilligen Scheidung sich geweigert, auch religiöse Geltung ״habe oder nicht"? In der That ist das einzige Argument, womit Herr vr. Wechsler sein Verfahren zurechtfertigen versucht, die Charakterlosigkeit des Mannes und die Schlechtigkeit seines Benehmens gegen die Frau! Er betrachtet den Fall nach seiner sittlichen, seiner privatrechtltchen und seiner religiösen Bedeutung. Er versucht nachzuweisen, wie der Fall ein solcher sei, tu welchem auch die Rabbinen den Mann zur Scheidung durch einen Scheidebrief gerichtlich genöthigt hätten, somit die Procedur des Hamburgischen Civilgerichts in seincn Motiven den Grundsätzen der Rabbinen homogen sei. Nachdem er diesem Punkte sein ganzes Raisonnement zugewendet hat, — ein Ratsonnement, das wir, wie sofort cinleuchten wird, völlig auf sich beruhen lassen können — fühlt er gleichwohl zum Schlüsse, daß er mit allem diesen noch ganz und gar nichts zu feiner Rechtfertigung gesagt habe. Es kann ja der Fall sehr wohl ein solcher sein, daß man auch nach mosaisch-talmudtschem Eherechte den Mann zur Scheidung durch den Scheidebries genöthigt haben würde. Allein der vernichtende Vorwurf für Herrn Wechsler war ja eben nur der, daß hier nicht eiue'Scheiduug durch Scheidebrief stattgefunden, daß somit nach mosatsch-talmudtschen Rechte hier gar keine Scheidung stattgefunden, daß die Frau somit nach mosatsch-talmudischen Rechte noch gesetzliche Ehefrau des ersten Mannes war als Herr Wechsler ihre Trauung mit einem andern vollzog, und diesen nicht nur eigentlichen, sondern geradezu einzigen Kern der Frage, den nicht nur der Korrespondent, sonden den wir alle allerdings so ״naiv" sind als den einzigen Punkt zu bezeichnen um den es sich handelt, diese mit der ganzen Schwere der drückendsten Verantwortung auf Herrn Wechsler lastende Frage, das Einzige, Warum es sich handelt, beseitigt er nur so ganz schließltch mit einem paar hin geworfenen Phrasen, die hier vollständig folgen: ״Aber" — so schließt Herr Wechsler — ״wo bleibt denn nun ״der andere Punkt, der Scheidedrief? Ich denke, auch darauf