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Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 596

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Das Hamburger Attentat
Date
1860-08-01
Page
596 (sequence 2)
Language
German
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896 Da- Hamburger Attentat. unangetastet geblieben: hätte sich kein Mann gefunden, der, mit dem Namen Rabbiner bekleidet, somit äußerlich als jüdisch geistliche Autorttät dastehend, den Namen und den Schein seines Amtes mißbrauchte, einen Akt der höchsten religiösen Gesetzwidrigkeit mit den Formen und dem Scheine religiöser Gesetzlichkeit zu umkleiden. Dieser Mann erscheint somit als der eigentliche Aktor in diesem mehr als beklagenswerthen Drama. Wir haben somit zuerst das Verfahren dieses Mannes näher kennen zu lernen und dann «ns nach der Stellung umzusehen, die dieser Mann, diesem Versahren zufolge, zu dem jüdischen Religionsgesetz überhaupt einntmmt, um daraus einen Einblick zur Beantwortung der Frage zu gewinuen: Ist die Möglichkeit, die das jüdische Reltgtonsgesetz einer so tiefen Verletzung durch das ״amtliche" Verfahren dieses Mannes aussetzte, eine naturgemäße, berechtigte, oder, sollte auch sie in einer Verkennung aller berechtigten Verhältnisse und einer beklagenswerthen, gedankenlosen Gestaltung natur- und rechtswidriger Zustände wurzeln? Wir referiren zunächst: In No. 10 der ״Zeit. d. Judenth." v. I. 1852 klagt Herr vr. Wechsler über den Tadel und die Angriffe, die sein Verfahren in der jüdischen Presse gefunden. Ansbesondere klagt er über einen Berichterstatter, ״der die ganze Thatsache, um die es sich handelt, ״zur Ehre Gottes verstümmelt, entstellt und mit dem Mantel der ״Liebe bedeckt", der §ganz naiv berichtet: es sei ein Mann, seine ״Frau verlassend, nach Amerika gegangen und darum habe der ״Staat die Ehescheidung verfügt, und dann bas Füllhorn seines ״Hasses und Eifers gegen ihn, Wechsler, ausgießt ״weil er eine ״blos gerichtlich und nicht auch religiös, durch einen Get geschiedene ״Frau einem andern Manne angetraut habe". Er wirft diesen Korrespondenten vor, daß sie den eigentlichen Kern der Frage, näm- '!ich den unsittlichen Charakter und das unrechtmäßige Verfahren des Mannes gegen die Frau, ganz verschwiegen; denn nach ihm, dem Herrn Wechsler, sei die zu entscheidende Frage lediglich die: ob in Beziehung zu einem Manne, ״der einen Tag nach der Hochzeit Weib ״und Heimath verlassen und das Weite gesucht hat um sich den ״Gerichten zu entziehen, nachdem er zuerst die beträchtliche Mitgift ״seiner Frau verschleudert und diese im Elend habe sitzen lassen,

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