Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 592

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Aw
Date
1860-08-01
Page
592 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2932754-2932877-2932889-2945015--05851-2945058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

592 Aw. ״Gott der Heerschaaren und Tempelhuldigung mag ich nicht aus ״euren Händen". Wahrlich, Wahrlich! Wäre nicht das von den Vätern der jübischen Gegenwart gestiftete Beth Hakcnesteth und das von ihnen geordnete gemeinsame Gebet und gemeinsame Thoralesen für einen, Gesetzestreue anstrebe,lden jüdischen Kreis ein so wirksames Mittel der ״Kneßeth", der Einigung und Vereinigung für dieses Streben nach gesctzestreüer Lebenserfüllung — in einer Zeit so argen Verirrung wie die unsrige wäre es vielleicht die radikalste und die durchgrcisendste Heilung versprechende Knr: man schlosse einmal — provisorisch — auf ein Jahrhundert — alle Synagogen! Erschrick nicht über einen solchen Gedanken, jüdisches Herz! Mit der Schließung aller Synagogen wäre noch nicht zum tausendsten Theil das göttliche Gesetz also erschüttert, als etwa auch nur durch die eine, und meinethalben blos hypothetische Erklärung, das Spannaderverbot z. B. habe vielleicht keine praktische Geltung mehr! Alle Synagogen von jüdischer Hand geschloffen wäre der lauteste Protest gegen die Verleugnung des göttlichen Gesetzes im Leben und Haus, spräche am nachdrücklichste aus: das Judenthum sei anderwärts als in den Synagogen zu suchen, in der Synagoge liege nicht der Schwerpunkt des Judenthums. Wer dann Jude und Jüdin sein wollte müßte dann diesen! Namen durch irgend welche Erfüllung des göttlichen Gesetzes im Leben Ausdruck suchen; eine Gemeinde, die eine jüdische Gemeinde sein wollte, müßte dann andere Anstalten schaffe», in welchen und durch welche in lebendiger Pflichttreue der Name Gottes und seines Gesetzes verherrlicht werde, und es wären diejenigen jüdischen Geistliche, die mit der Synagoge das ganze Terrain ihrer Wirksamkeit und Bedeutung verloren, dann gezwungen, diese Wirksamkeit und Bedeutung dazu suchen, wo sie liegt: Jung und Alt im Gottes Gesetz zu erleuchten, für die Erfüllung des Gottesgese- ,tzes zu begeistern und in Erfüllung des Gottesgesetzes zu letten und zu erhalten; — der Tempel Gottes und seines Gesetzes müßte dann im Leben erbaut werden, — unsere Genesung wäre vollbracht und wir würden dann vielleicht wieder würdig Synagogen, ja selbst den — ״blutigen" — Opferkultus zu Zion wieder zu haben. Denn dieser -- doch, nein, haben wir die heiligste und höchste Institution des einig einzigen, lebendigen Gottes zu allerletzt mit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.