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Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 591

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Aw
Date
1860-08-01
Page
591 (sequence 13)
Language
German
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Das Zion der Zukunft und die heutige Reform. 591 auf dem Boden seines Wortes führen, sondern wir in Opfer und Festtag, in Gebet und Gesang unser ganzes Judenthum aufgehen lasten und wir nicht opferu und feiern, beten und singen um uns mit diesem allen zu einer treuen Erfüllung des göttlichen Gesetzes zu rüsten, sondern mit Opfer und Festfeier, Gebet und Gesang Gott genug gethan, mit diesem Allen uns einen Freibrief für alles übrige erkauft zu haben, mit diesem Allen unser Gewissen beruhigen zu können glauben, und mit Opfer, Festfeier, Gebet und Gesang uns nicht im Gehorsam, sondern im Ungehorsam gegen Gott erhalten und stärken. Träte heute ein Mann des alten Prophetenthums in unsere Mitte und sähe das Götzenthum, das mit Synagogen und Tempel, mit Liturgie und Gesang getrieben wird, sähe wie gerade die, die mit so dummdreistem Hochmuth sich über den ״Opferkultus" zu Zion erheben, mit ihrem ״Kultus" dieselbe arge Wirtdschaft und noch ärgere treiben, in Synagogen und Tempelbesuch, in Liturgie und Gesang ״das ganze Andenthum aufgcgaugen" lehren, sähe wie man Tausende hergiebt um Gott einen prächtigen Tempel und feiner Thora einen prächtigen Schrein und beiden einen prächtigen Gottesdienst mit Säuger und Sängerinnen — שרים ושרות שדר! ושרות — zu stiften, dies aber auch Alles ist was man für Gott und seine Thora übrig hat, obgleich man mit diesem Allen noch nicht einmal Eines aller Gesetze dieser Thora erfüllt, aus allen Geboten Gottes aber sich etwa noch das Gebot der Almosen und der Wohlthätigkeit herausnimmt und mit diesem Jude und Jiidin zu sein, und um so mehr Jude und Jüdin zu sein glaubt, je prächtiger man Gott und seinem Gesetze Tempel und Gottesdienst, ״Priester und Leviten"' gestiftet, unb man diese Tempel besucht und diesen Gottesdienst unterhält um sich damit die lästige Gegenwart Gottes und seiner Thora im eigenen Hause zu verbitten, und sich damit von dem nicht mehr zeitgemäßen Dienst Gottes in Ehe und Haus, in Küche und Bureau zu dispensiren — träte ein Mann des alten Prvphetenthums in unsere Mitte und sähe dieses Alles, würde er da nicht mit Maleacht rufen: ״ ,מי גם בכם מסגר דלחיםWäre doch ״Einer unter Euch der schlösse die Thüren, daß ihr meinen Altar ״nicht umsonst beleuchtet I Ich habe ja keine Freude an Euch, spricht

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