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Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 583

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Aw
Date
1860-08-01
Page
583 (sequence 5)
Language
German
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Das Zion der Zukunft und die heutige Reform. 683 fenheit und indianischer Beschränktheit drückt dieses einzige Wort in der Anschauung ihrer Genossen einen Abraham und Jakob, einen Moses und Aaron, eine Channahund einen David, einenSalomo und Jesaias, zu welcher Stufe sittlicher Roheit die jüdische Nation in ihrer ganzen mehr als drettausendjährigen Vergangenheit herab, die alle ihren Gott mit diesem blutig en Opfercultns entweder verehrt, oder in deren Anschauung eben dieser blutige Opfercultus eine so bedeutsame Stelle eingenommen, daß sie in Momenten ihrer heißesten Sehnsucht und ihrer begeistertsten Andacht den Wunsch, ihren Gott mit diesem blutigen Opfer wieder verehren zu können, über ihre betenden Lippen zu bringen und eben die Wiederherstellung dieses blutigen Opfercultus nur unter dem Morgenroth ihrer heiligsten Hoffnungen zu erblicken vermochten! Zu welcher bluttriefenden Frazze eines Vizlipnzli-Götzen drückt der Hochmnth dieser ״Anscrwählten" den Gott ihrer ganzen übrigen Nation, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hinab — und mit welchem Abscheu müssen die ״feingebildctai" Söhne und Töchter unserer Zeit sich von ihren — rohen — Vätern abwenden, wenn sie hören, daß diese ihren Gott mit blutigen Opfern verehren zu können, verehren zu müssen geglaubt'!!! Denn ״blutiger Opser-Cnltus" — was heißt diese Emphase, wenn sie überall etwas heißt? Warum, lieber Herr, warum hat man dir aus deinem Gebetbuche die Erinnerung an den blutigen Opfereultus zu Zion, und noch mehr den Wunsch nach dessen Wiederherstellung gestrichen? ״Weil ״wir in unser« menschlichen Gefühlen und in unfern Begriffen von ״Gott zu weit fortgeschritten sind, als daß wir noch glauben könnten, ״esbedürfe des Blutes um Gottes Zorn zu sühne!» und es bedürfe ״des Röcheln eines zu seinem Narnen geschlachteten Lammes um ״seine Rache zu befriedigen — »veil »vir überhaupt zu geläuterte ״Vorstellungen von Gott haben, als daß wir ihn noch als den Gott ״des Zorns und der Rache zu denken vermöchten, als daß sich nicht ״unser ganzes Innere bei dem Gedanken empören müßse, er habe ״Wohlgefallen und Befriedigung an dem verspritzten Blute und dem ״hingeschlachteten Leben eines unschuldigen Thieres — ״ Wie? Erst du und deine auöerwählten Genossen, erst ihr seid — nach Jahrtausenden — erst so wett gekommen zu dieser Stufe geläuterter Gotteserkenntniß? Und nicht schon deine Väter, nicht schon Jahr-

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