Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 584

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Aw
Date
1860-08-01
Page
584 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932877-2932889-2945015--05843-2945050
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

584 Aw. tausende herab deine Väter — nicht schon dein Abraham, dein menschlich milder Abraham, dessen Vermächtniß jede menschliche Regung ist, die noch heute in dem Herzen selbst seiner ״auserwählten" Epigonen lebt, dein menschlich milder Abraham, dessen ganzes Leben indem einen Streben aufging seinen Mcnschenbrüdern unterschiedlos um seines Gottes Willen wohl zu thun, der zu diesem seinem Gotte selbst für ein Sodom und Gomorrha in der Zuversicht betete, daß wenn auch nur fünfzig, auch nur vierzig, auch nur dreißig, zwanzig, zehn Gerechte in den schuldbeladenen Städten sich fänden, Gott, der Richter der ganzen Erde, um dieser zehn Gerechten willen, die ganze übrige, Tod und Verderben schuldige Bevölkerung verschonen werde, und dem sein Gott es auch erklärte, er würde kein Verderben bringen und wenn er auch nur Zehn fände — לא אשחית בעבור עשרה — und der doch —mit seinem menschlich milden Gemüthe seinem göttlich milden Gotte überall, wo er nur seine Hütte aufschlug, Altäre baute und ihm in der Weihestunde seines Lebens auf der Moriahöhe das — blutige Opfer — ein es Widders schlachtete?! Und nicht dein Moses — der Mann mit der Perle der Bescheidenheit und Demuth im Herzen, der von Gott geschaut, was sonst keines Sterblichen Geist und Auge erschaut, dem sein Gott sich als der Barmherzige und Gnadenvolle, als der Langmüthige, Liebereiche und Treue, als der Gutthat Lohnende, und Sünden, Verbrechen und Vergehen Verzeihende offenbarte, der so oft das Verderben, dem sein schuldiges Volk verfallen gewesen, durch Gebet abwendete, — und der doch am Tage nach der Gesetzoffenbarung am Sinai einen Altar aus Stein erbaute, Israels Jünglinge sendete, blutige Ganzopfer und Schlachtopfcr am Sinai zu schlachten, die Hälfte des Blutes auf den Altar, die andere Hälfte gegen das Volk mit den Worten sprengte, das ist das Blut des Bundes, den >Gott mit euch errichtet hat — der bei der Einweihung seines Tempels kein Wort der Weihe, keine Abendpredigt und keine Morgenpredigt hielt, dafür aber selbst sirben Tagelang ״blutige" Weihopfer mit eigenen Händen schlachtete und sprengte, verbrannte und schwenkte, — und noch in seinem Abschiedssegen die Berufsgroße seines Stammes dahin verkündete, daß sie Gottes Borschnf-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.