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Jeschurun · 1860-07-01 · Heft 10 (Juli 1860) · p. 566

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 10 (Juli 1860)
Article
Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
Date
1860-07-01
Page
566 (sequence 11)
Language
German
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566 Preßprszeß. Wissenschaft und die seitdem unter den christlichen Gelehrten weit verbreitete Kenntnis der hebräischen Sprache ein kritisches Gericht gehalten. Jene Bücher modern vergessen und verachtet in irgend einem Antiquarwinkel. Aber Herr Brunner nährt seine Leset mit dem Abhub derselben und hütet sich wohlweislich, eine jener Tausenden von Widerlegungen zu erwähnen, die seitdem stattgefunden. Er beweist noch immer, daß die Juden keine Eide des Christen zu halten verpflichtet sind, selbst das wahnwitzige Mährchen von dem jüdischen Durste nach Chrtstenblut in den Osterfeirrtagen ist ihm nicht zu schlecht, um es als Thatsache hinzustellen. Es ist ein grausamer Kitzel, den er seinen Lesern bereitet; sie sehen ein Vvlkergespenst mit hidösen Zügen, verworfen in seiner Sittlichkeit, seinem Verkehr, seinem Glauben und Hoffen, seinem Denken und Fühlen, mitten durch die christliche Gesellschaft schreiten. Die tollsten Ausgeburten einer fanatisirten Phantasie müssen sich nach und nach mit dem Bilde identifiziren, welches Herr Sebastian Brunner von einer Million osterreichischer Staatsbürger mit der Unermüdlichkeit des Haffes und der Gewissenlosigkeit zu entwerfen strebt. WaS ist der letzte Zweck dieses Mannes und wohin zielt seine Arbeit? — —" Präsident: Herr Kuranda hat schon in der Voruntersuchung die Erklärung abgegeben, daß der Artikel von ihm selbst verfaßt wurde. Herr Kuranda: Ja, der Artikel ist von mir selbst. Präsident: Ich ersuche Sie nun, uns einige Aufklärung zu geben und sich über manche Stellen zu verantworten, die hier besonders hervorgehoben worden sind. Zuerst muß ich Sie fragen, warum Sie diesen Artikel unmittelbar mit ״Herr Sebastian Brunner" überschrieben haben? Herr Kuranda: Ich habe ihn ״Herr Sebastian Brunner" überschrieben, weil ich Anstand nahm, den Artikel mit dem Titel ״Die Kirchenzeitung" zu überschretben, da mir vor Allem darum zu thun war, den Titel ״Kirchenzeitung", der durch seine Beziehung auf die Kirche etwas Ehrwürdiges hat und Lei Jedermann Achtung

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