Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-07-01
- Page
- 560 (sequence 5)
- Language
- German
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560 Preßproccß St. G. bestimmten gesetzlichen Frist die Beschwerde gegen Jg-!!! naz Kuranda erhoben hat, mithin ein strafgertchtliches Eind schreiten stattfindet, so muß Ignaz Kuranda gemäß § 140, Abschn. 1, St. P. O. der oben gedachten Ehrenbelridigungen j welche als durch eine Druckschrift verübt, gemäß § 433 St. ij G. ein Vergehen bilden, rechtlich beschuldiget gehalten werden, J Wien, den 26. April 1860. [j Frühwaid m. p., Landesgerichtsralh. A. Schwarz na. p., Vi-e-Prästdent. - Collationirt und dem Originale gleich befunden. Vom k. k. Landesgericht in Strafsachen. Wien, 27. April 1860. j Weltsch, Direktor. Dr. Berger: Wir werden denjenigen Beweis, wie er uns!- nach § 491 St.-G> auferlegt wird, zunächst und ohne uns in den!! anderen Beweisarten zu beschränken, aus der ״Kirchenzettung" selbst! führen; ich erlaube mir daher, dem hohen Gerichtshof einen voll--- ständigen Jahrgang der ״Ktrchenzeitung" vom Jahre 1859 und - den 2■ Jahrgang bis zum Mai 1860 hiermit vorzulegen. Präsident: Nach Vorschrift des Gesetzes bin ich angewiesen, Sie um einige Angaben über Ihre früheren Lebensverhältntsse zu befragen. Herr Kuranda: Mein Vater lebt noch, er ist Antiquar-Buch- Händler in Prag; auch mein Großvater war Antiquar-Buchhändler, so daß dieses Geschäft seit 1784 in einem und demselben Hause betrieben wird- Ich studirte zuerst in Prag, theils privatim, theils-- im Gymnasium bei den Piaristen; ich begab mich dann nach Wien, habe hier bei den Professoren Ern er und Lichtenfels die Vorlesun- - - gen gehört, aber keinen solchen regelmäßigen Kursus durchgemacht, der mich berechtigt hätte, in Oesterreich ein Doktorat zu machen. Im Wesentlichen war ich Autodidakt. Ich beschäftigte mich zumeist mit!! Literatur und redigirtc bereits im Jahre 1836 das Journal ״Te- D legraph", ging aber später zur Erweiterung meiner Studien nach!-! Tübingen. Im Jahre 1841 ging ich nach Brüssel. Einige Profes- ׳ soren der dortigen Universität veranlaßten mich, da damals an jenem ß Orte ein sehr großer literarischer Aufschwung war, Vorlesungen!-!! über deutsche Literatur und ihre Geschichte zu halten, welche Vor- Z lesungen auch gedruckt erschienen sind und Anklang gefunden haben d