Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1860)
- Article
- Herr Dr. Jost und meine Notiz in Liebermanns Kalender [Rezension]
- Date
- 1860-07-01
- Page
- 549 (sequence 7)
- Language
- German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 549 woran sich zu halten, und auch ein Philister meiner Art sich derselben befleißigen könnte. Da Hr. Dr. I. mich nunmehr doch, dem Namen nach, kennt; so will ich versuchen, ob ich mir durch einige Bemerkungen über seine jüngste Schrift nicht seinen Dank verdienen kann?) Sind eS auch nur wenige und vielleicht nur wenig bedeutende; so lautet ein rabbtnischer Spruch: אחד המרבה ואחד הממעיט. Abth. I. S. 282 heißt es von R. Gamliel, dem altern: Bis dahin war es dem Ehemanne, der seiner entfernten Frau einen Scheidebrief schickte, auch nachdem sie ihn bereits empfangen hatte, gestattet, denselben, durch ein eigens dazu berufenes Gericht am Orte der Frau zu widerrufen ff." Mich dünkt fast so viele Worte, so viele Unrichtigkeiten. Nachdem die Frau einmal den Scheidebrief empfangen, konnte der Ehemann nicht widerrufen. Es heißt ausdrücklich: אם משהניע ו.ט לידה שוב איני יכול לבטל. Wie sollte auch der Widerruf eine rückwirkende Kraft üben? Daher wirft auch der Talmud die Frage auf פשיטא. Gittin 32, 1. ״Am Orte der Frau." Wie kommt der Verfasser auf diesen Einfall? Es heißt ausdrücklich .ממעוט אהד בראשונה לא היה מבטלו בפני השליח ולא בפני האשה אלא במעוט שהיה עומר היה ובו'. S. 283. ״Das Ansehen Gamliel's erstreckte sich sogar über wichtige gottesdienstliche Fragen ff. Das Passahlamm ff. Dennoch vernehmen wir, daß ein römischer Jude, Theodos ff. Die Rabbiner; ließen ihm sagen, er verdanke es nur seinem Ansehen, daß man ihn nicht für die Dreistheit, scheinbare Heiligthümer im Auslände zum Genuß zu gestatten, in den Bann thue. Von wem diese Botschaft ausgegangen sei, wird nicht gemeldet, aber Gamliel war mit ihr nicht einverstanden, er erklärte diesen Brauch statthaft." Zuvörderst begreife ich nicht, warum das Ansehen R. Gamliel's seine abweichende Meinung zu sagen, sich weniger über eine blos rabbinische Anordnung hinsichtlich des Peßach erstrecken sollte, als über andere Fragen? Demnächst aber, wenn Hr. vr. Z. sagt, daß nicht gemeldet wird von wem die Botschaft ausgegangen, so hat er, wie es scheint, Kerachoth 19, 1 nicht nachgelesen, obschon er darauf hinweist; denn dort heißt es ausdrücklich, daß die Botschaft von *) Hr. Dr. I. erklärt sich in der A. Z. d. Judenth. 1857. No. 35 denen sehr, dankbar, die seinem Werke einige Aufmerksamkeit widmen.