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Jeschurun · 1860-07-01 · Heft 10 (Juli 1860) · p. 540

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 10 (Juli 1860)
Article
Das Hamburger Attentat
Date
1860-07-01
Page
540 (sequence 14)
Language
German
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540 Das Hamburger Attentat. lange wir sie noch haben werden, wo jüdisch religiöse Gesctzeötreuc als ein Stigma der Unkultur galt, und der jüdische ״Adel" seine Ahnenprobe darin zu bestehen glaubte, wenn er den ״Glauben" und das Gesetz seiner Väter bis zur Unkenntniß verläugnete. Unglückscf lig erweise erzeugte diese Verirrung nach der einen, einen beklagenswerthcn s Jrrthum nach der andern Seite. Die pflichttreuen Anhänger des I religiösen Gesetzes, erschreckt durch die Erfahrung, die ״Gebildeten" is des jüdischen Kreises progressiv sich von dem jüdischen ReligionSgez setze in Wissen und Leben entfernen zu sehen, glaubten in der | ״Bildung" überhaupt den Feind deS gesetzestrencn Judenthums zu | erblicken, und sich und die Ihrigen in dem Maße von Aneignung!! der ״Bildung" fern halten zu müssen, in welchem sich und die Jhrigcn dem religiösen Gesetze treu zu erhalten, sie als ihre, allem An-;j dern voranstchcndc Lebensaufgabe zu betrachten sich verpflichtet fühl- ח ten. Also kam das unglückselige Verhältniß, daß unter den ״Gebilk deten" wenig ״Inden" und unter den ״Juden" wenig ״Gebildete" sich finden ließen, und bei der Wahl einer Gemeinderepräscn- | tanz auf das eine oder das andere Moment zu verzichten man sich;;; meistens entschließen mußte. Leider war man nun so kurzsichtig, und ׳ leider drängte auch der politische Nothstand der Gemeinden zum Theil darauf hin, daß man den עיקר zum bsv und das טפל zum? עיקר machte, und bei der Wahl von Vorständen mehr darauf sah,;■:׳ welche Repräsentanz nach Außen die Persönlichkeiten bieten, als wie - wohl oder übel die ihnen anzuvcrtrancnden religiösen Gemeindeinh tcressen sich in ihren Händen befinden werden. Kam noch hinzu, daß, jf von Reform - Anstrcbenden, oder ein Permifle Emaneipativn l durch fünfzig Percent Judenthum ermäkelndcn Politik- und Religions-Sensalen veranlaßt, seit etwa fünfzig Jahren der Staat j;: fast überall mehr und minder durch seine Organe bei Vorstands- £ Wahlen direkt oder indirekt intervenirtc, so drängte dies immer mehr j die religiöse Rücksicht vor der politischen in den Hintergrund und f und, statt daß rnan unter den gegebenen Verhältnissen die politische f Repräsentanz von der religiösen hätte völlig trennen und letztere l mit vollständiger eigener Autonomie hatte hinstellen sollen, läßt man f mit unverzeihlicher Gedankenlosigkeit oder mit sträflicher Glctchgüli tigkeit die Gesammtvertretung der Gemeinde Männern in die Hände kommen, die für die politische Repräsentanz durch ihre sociale Stel-;

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