Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1860)
- Article
- Das Hamburger Attentat
- Date
- 1860-07-01
- Page
- 539 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Artikel III. Die Fakt»«» b) der Vorstand. 539 gemeindlichen Amtes sich ein Verfahren haben zil Schulden fomnteti lassen, vor dem sie in dem kleinsten Verwaltungsgeschäft bürgerlichen Belanges gewiß selbst mit Entsetzen zurückgeschreckt sein würden!N Forschen wir nach den Ursachen dieser Erscheinung, so stellen sich uns sowohl allgemein, als in Hamburg speciell vorhandene Umstände da, die so verderblich auf die Bildung silbischer Gemeinde- Vorstände einwirken, daß es gar nicht zu den Unmöglichkeiten ge- Hort Männer zu diesem Amt berufen zu sehen, die gerade für die wichtigste und wesentlichste Seite ihres Amtes weder durch Kenntnt ß, noch durch Gesinnung die mindeste Garantie gegen absichtliche und unabsichtliche Untergrabung des jüdischen Religionswescns in ihrer Amtsführung bieten. Durch die politische Stellung der Juden, die ihnen seit Jahr- Hunderten überaü mehr oder minder daö Verhältnis; eines Staats im Staate anwies, ergab sich die Nothwendigkeit, außer der Dertretung des jüdischen Religionsgcmeindewesens nach innen, auch eine Vertretung desselben nach außen, insbesondere aber auch eine Ve>-׳ iretung der Politischen Interessen der jüdischen Gemeinde dem Staate gegenüber zu haben, und war cs ein natürliches Ergebnis;, daß man die politische Vertretung nach Außen und die rcligionSgemeindltche nach Innen einer und derselben Hand übertrug. Diese Vereinigung der politischen und religiösen Gcmeindercpräscntanz hat unsägliches Unheil geboren. So lange freilich den jüdischen Gemeinden das rcligivsc Leben als das Höchste galt, und die bürgerlich angesehensten Glieder der Gemeinde auch ihren Stolz und ihren Adel darin suchten, durch Beispiel und That die untadeligsten und wackersten Stützen und Förderer des jüdischen Religionswescns zu sein, so lauge war diese Bereinigung ein Segen. Es konnte auch für die sittliche und religiöse Erhebung der Gemeinde nur heilsam sein, die Frommsten und Besten der Synagoge auch als die Gechrtestcn und Einflußreichstcn vor Kaiser und König zu erblicken, die vor Kaiser und König Geehrtcstcn und Etnssnßreichsten auch überall als die Ersten zu sehen, wo cs galt das jüdische Leben im jüdischen Kreise zu vcrwirklichen. Allein die Zeiten haben sich mächtig geändert. Nicht mehr sind die Spitzen des jüdisch religiösen Sinnes und Lebens unter den jüdischen Sommitäten der bürgerlichen Gesellschaft zu suchen. Wir haben Zeiten gehabt, haben sie zum Theil noch, und wer weiß wie 8