Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1860)
- Article
- Das Hamburger Attentat
- Date
- 1860-07-01
- Page
- 531 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Artikel III. Die Faktoren b) der Borstand. 581 Gemeinde den Ehebruch sanktioniren und müßte somit entschieden verweigert werden. Sehen wir wie sich der jüdische Gemeindevorstand in Hamburg bei diesem Vorgänge verhalten. Im Jahre 1851 will eine Frau eine eheliche Verbindung mit einem Manne cingehen, obgleich sie noch die gesetzliche Ehefrau eines Andern ist, von dem sie noch nicht durch den Scheidebrtcs, wie es das jüdische Reltgionsgesetz vorschreibt, geschieden ist. Nun braucht man nicht eben ein jüdischer Gemeindcvorstand zu sein um zu wissen, daß jüdische Ehen nur entweder durch den Scheidebries ausgelöst werden können; man braucht überhaupt nur Jude zu sein, ja braucht nur unter Juden gelebt zu haben um dies zu wissen; so notorisch ist hierüber die jüdisch reltgionsgesetzliche Theorie und Praxis. Wir sind fest überzeugt, wäre dieses Ansinnen in dem letzten jüdischen Dorfe hervorgetreten, wo cs keinen Vorstand und keinen Nabbinen giebt, es wäre im Entstehen unterdrückt worden. Es wäre die Umgebung vor dem bloßen Gedanken eines solchen ehebrechenschen Beginnens und eines solchen Frevels gegen das Religionsgesetz niit einem solchen Entsetzen zurückgeschrcckt, daß der öffentliche Abscheu einen solchen Druck auf dies sich zum Ehebruch anschickende Paar geübt hätte, der sie Wohl von vornherein von allem weitern Vorgehen abgehalten hätte. Allein in einer großen Gemeinde, wo alles ja seine besondere Vertretung hat, die religiöse Theorie den Rabbincn, die religiöse Praxis den Vorstand, alles so gehörig versorgt und durch eigendö geschaffene Formen ״geordnet" ist, da ist Alles so ״gut" versorgt und geordnet, daß die ״Gemeinde", die eigentliche lebendige Trägerin des Gottesbnndes und seines Gesetzes, ganz sorglos ihre Wege geht, —״ — ,זה פנה לזיתו ,זה פנה לכרמוdafür hat Rabbiner und Vorstand zu sorgen", die sind ja bestellt und bezahlt zur Huth des ״Weinberges des Herrn" — bestellt und bezahlt eben damit wir uns nicht darum;זו kümmern brauchen, damit eben Jeder nur seines Weinbergs warten könne — Dtnim und Kahals-Sachen sind Sache des Einzelnen nicht — durch diese und ähnliche Gedanken glaubt Jeder der großen Verantwortung, die jeden Juden zu allererst und unablösbar auf den Wachposten der Thora stellt, frei, und un- 34