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Jeschurun · 1860-07-01 · Heft 10 (Juli 1860) · p. 522

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 10 (Juli 1860)
Article
Thamus
Date
1860-07-01
Page
522 (sequence 8)
Language
German
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522 ThamuS. kann auch uns -leiben bei diesem zehrenden Feuer, wer uns -lei- -en auf dieser ewigen Brandstätte!" waren es doch nur Sünder und Heuchler, die in zitternder Angst die jüdische Armuth mit der Völker Reichthum, die jüdische Schmach mit der Völker Macht, die jüdische Helotengestalt mit der heroischen Erscheinung nationaler Machteutfaltung ringsum verglichen und zagend seufzten: Wer kann es uns, wem können wir es verdenken, wenn man sich von uns wendet, wenn die jüdischen Rethen immer lichter und lichter werden, wenn immer mehr und mehr cS anMuth gebricht, unter solchen Auspieien Jude zu bleiben! Hat uns doch das zehrende Sinai-Feuer weggebrannt Alles, was an Menschenmacht die Menschenexistenz bedingt! ZK doch die nationale Geschichte der Juden seit Jahrhun- Hunderten nichts als ein — ewig lodernder — Scheiterhaufen!! Es waren doch nur Sünder und Heuchler, denen — als Juden — das jüdische Geschick, trotz alles Herben, also erschienen; es waren in ״Zion" doch nur Sünder und Heuchler die also dachten und sprachen. — Wer in Sitte, Wort und That pflichtgetreu, wahr und redlich ist, wer nicht nur nichts Böses thut, sondern Abscheu und Ekel hat vor allem Unrechten und Gemeinen und mitteil in einer Welt, in welcher Macht und Leidenschaft vor nichts zurückschrecken, in welcher Gewalt domiuirt und Sinnenlust gesucht wird, Verbrechen und siilnlich Schlechtes selbst in Vorstellung und Anschauung flieht — der — vermißt das nicht, was das zehrende Feuer auf der jüdischen Brandstätte an äußerer Machtentfaltung und Hoheit weggebrännt hat — der steht eben durch diese innere, Gott zugewandte und von Gott getragene und geschützte sittliche Kraft gehoben über allen Wechsel, den die Erde bietet, der schreitet über die Brandstätten irdischer Gewalt und Hoheit gehoben und sicher, ״des Brod ist immer gegeben, des Trunk nimmer versiegend" — und eben die Documentirung dieser Allem obsiegenden, selbstständig genügenden Macht des sittlichen Momentes im Menschen, das ist die Bedeutung des jüdischen Galuth bis zu dem Ende der Tage hin — wo Gott aufsteht - *

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