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Jeschurun · 1860-07-01 · Heft 10 (Juli 1860) · p. 520

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 10 (Juli 1860)
Article
Thamus
Date
1860-07-01
Page
520 (sequence 6)
Language
German
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520 ThamiiS. heitbewußtseins seine Stätte findet. Sv lange der Mensch auch nur an einen Spinnefaden den Traum weiter anknüpfen konnte, als vermöge er — ohne sittliche Unterordnung seines ganzen Wesens und Strebend unter Gott — sich auf eigne materielle Füße zu stellen, als sei seine Hoheit die absolute, höchste über die Erde, und als habe er nicht nur Lehnsträger und Diener eines Höher» zu sein — so lange mögen die Engel des Friedens ihre Gottessehnsucht aus dem Kreise der Menschenerde hinaus weinen — aus dieser ganzen, von dem sich selbst vergötternden Traum der absoluten Menschenhoheit durch und durch erfüllten Menschen-Erde ist kein Raum für die Herrlichkeit deS Meinen und sein Reich. Allein wenn erst das Traumschlofi seiner Herrlichkeit vor dem Menschen in Trümmern liegt, wenn die ohne Gott gesuchte Bezwingung der Natur und Constituirung des Mcnschcuglückes auf die Bezwingung der Natur in sociale Verödung, Zsolirung und Zertrümmerung und in physische und kosmische Verkümmerung geendet, wenn Der Saron wie die Oede geworden Und Basan und Karmel sich entblättert — ״Jetzt stehe ich auf, spricht dann Gott, jetzt zeige ich mich in der Höhe, jetzt werde ich hoch getragen" — jetzt ist Raum da, daß ich die Leitung der Verhältnisse ergreife, jetzt ist der Mensch vorbereitet meiner Erhabenheit inne zu werden und sich wie zum Träger meiner Herrschaft zu bieten — ״Empfanget ihr Stoppeln gebärt ihr Stroh, Euer eigener Geist ist's, der euch als Feuer verzehrt!" Das ist das schmerzlich große Resultat der Weltgeschichte von dem Nimrodsbau des Staatcnruhms bis zu diesem Ende der Tage. Das Prinzipimn, das die Menschen im Ganzen und Einzelnen in sich aufnchmen und dem sie ihr ganzes Wesen mit allen Kräften und Mitteln zur Zeitigung hiugeben, ist von vornherein kein lebenssähiger Kern, ist von vornherein nicht das, wofür Gott die Welt und in der Welt die Menschen geschaffen, ist nur das Untergeordnete, Aenßerc, zum Mittel, nicht zum Zweck Bestimmte, verhält sich zur Bestimmung des Menschen, wie das Stroh zur Achrc, ja, noch nicht einmal wie das noch frische Aehrcn mindestens versprechende Stroh, ist die schon abgelebte, abgenutzte blasirte Stoppel — woher

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