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Jeschurun · 1860-07-01 · Heft 10 (Juli 1860) · p. 519

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 10 (Juli 1860)
Article
Thamus
Date
1860-07-01
Page
519 (sequence 5)
Language
German
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Das Jerusalem der Zukunst und die Weltgeschichte. 519 Dienste der Menschen angestrengte Erde — -is in ihre entferntesten, entlegensten Winkel liegt sie zerknickt, versagt sic den Dienst, hat sie Kraft zur Blüthe und zum Segen eingebüßt — Und woher dieses Alles? Ist die Welt gealtert? Steht sie im Stadium ihrer Grabeslegung? Ist überhaupt der Fluch voit Außen gekommen, daß eine feindliche, äußere, dämonische Macht, die das Lachen und die Freude hasst und sich nur an dem Jammer und der Thräne weidet, sich dem Gedeihen und der Blüthe der Menschen entgegenstämmt, welcher vergebens der Mensch mit all seinen Erfindungcn und Anstrengungen entgegenarbeitet und die so die erträumte Herrlichkeit des Menschen zum trostlosen Gelächter macht? Ist es das? Es ist es nichtl Es ist der Mensch, der daS Bündniß mit dem Menschenhetl und dem Natursegen zerrissen, es ist der Mensch, der sein eigenes Städtcglück verworfen, es ist der Menfch, der, indem er sittlich gesunken, indem er ״Cnosch" wurde, sich gedankenlos dies alles verscherzt. Er meinte sein Glück zu sichern indem er die Welt eroberte und vergaß, daß er sein Glück preisgtebt indem er sich selbst verliert. Er vergaß, daß nicht von außen herein, daß nur von innen heraus das Menschenheil begründet wird und daß ״sittlichsein" nicht ein luxuriöses Letzte, sondern das Erste, Unerläßliche, Unersetzliche sei. Er vergaß, daß keine physische, mechanische, daß eine sittliche Ordnung die Welt, des Menschen Welt regiere und daß die Blüthe der Menschheit nicht ein Produkt der Blüthe der Natur, daß vielmehr die Blüthe der Natur ein Produkt der Blüthe der Menschheit sei. Er vergaß, daß, wie das Prophetenwort cs ausspricht, wenn e r trauert, die Erde zerknickt ist und bis in die Entblätterung des Libanongipsels hinauf seine Gesuukenheit gefühlt wird; oder, wie diese, die Verkehrtheiten der Menschen an der Wurzel fassende Wahrheit in die Gotteösprache niedergelegt ist, daß Adam nicht von Adamah sondern Adamah von Adam stammt, und die Erdwelt die dem Menscheu angetraute, mit ihm steigende und fallende Gattin für immer ist. Was aber die gesandten Gottcsboten nicht sehen, sieht der sie sendende Gott. Wo die Erde ihre Hoffnungen verliert beginnt das Morgengrauen des göttlichen Heils. Der Rausch der Menschen muß sich austoben, sein Traum der absoluten Mcnschenherrlichkeit durchgeträumt werden bevor auch nur ein Strahl aufdämmernden Wahr-

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