Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1860)
- Article
- Einiges aus dem jüdischen Lehrerleben im Herzogthum Nassau
- Date
- 1860-06-01
- Page
- 498 (sequence 6)
- Language
- German
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498 Einiger «ns dem M. Lehrerlcben im Herzogthum Nassau. Religionsschule zu halten» und dennoch verlangt man, cs soll in Alleen weit vorgerückt sein, und, wenn am Prüfungstagc die Forderungen nicht befriedigt werde«, so fällt natürlich dem Lehrer die s Schuld anheim. Maie bedenkt nicht, wie hemmend, wie störend es s auf den Gang des Unterrichts einwirkt, wenn, besonders bei einer j kleineren Anzahl von Kindern, öfters einige fehlen. Ich selbst hatte Gelegenheit, in meinem Schulberichte schon daraus, wiewohl vergeblich, hinznweisen. Doch wie steht es mit dem geistlichen Vorgesetzten des jüdid schen Lehrers, mit dem Rabbiner? Hier sei es zum Lobe derselben i gesagt, daß sie es sich nach Kräften angelegen sein lassen, das jüi dische Schulwesen zu heben und die Stellung deS jüdischen Lehrers j erträglicher zu machen. Schon manches ist mit Gottes Hülfe durch st ihren Antrieb geschehen. Zch muß wiederholt auf Hrn. vr. Hochj städter zurückkommen, der sich, ohne die Gründung seines Seminars!■ zu erwähnen, unbestreitbare Verdienste durch seine, bei der Regierung gethanen Schritte und durch sein anfenerndes Beispiel erwarb. War er es doch, der zuerst die Lehrerconferenzen, die zu so manh chem Guten den Antrieb geben, in seinem Bezirke einführte und | dadurch zur Nachfolge in andern, wenn auch nicht allen Bezirken aneiferte. Einsender dieses, sein Schüler, fühlt sich noch außerdem: zu besonderem Danke gegen ihn verpflichtet, daß er ihm schon mit 1: so manchem Rath und auch in der Thal hülfreich zur Seite gest standen und ihn schon so manchmal in seinem Unmuthe durch ׳ tröstendes Zureden aufgerichtet hat. Nicht allein ich, sondern wiest ich zuverlässig weiß, auch andere können sich dieser Güte rühmen, st Ich erwähne diese Privaibeziehungen nur, um daraus schließen zu st können, daß solche Männer als Vorgesetzte des Lehrers Alles auf-! bieten, was zur Besserung seiner Lage bettragen kann. Allein; ״obgleich schon so Vieles geschehen, so steht es doch außerhalb ihrer Macht, die gerügten Mißbräuche abzustellen. Nimmt man aber st noch zu den angegebenen Leiden des jüdischen Lehrers den Um-st stand hinzu, daß es auch Rabbiner gibt, die, anstatt dem an geführten guten Beispiele zu folgen und die gedrückte Stellung des st Lehrers auszurichten, demselben nur Chikane zu bereiten suchen und sich stets von demselben gefürchtet sehen wollen, so kann man sichst