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Jeschurun · 1860-06-01 · Heft 9 (Juni 1860) · p. 499

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 9 (Juni 1860)
Article
Einiges aus dem jüdischen Lehrerleben im Herzogthum Nassau
Date
1860-06-01
Page
499 (sequence 7)
Language
German
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Einiges suS dem jüd. Lcheerleben im Herzogthum Nassau. 499 wohl einen Begriff machen, wie unerträglich die Position desjeni״ gen sein muß, der das Unglück hat, unter einen! solchen Rabbiner zu stehen. Welcher Trost für einen Lehrer, der in seinem gerechten Schmerze, fich nicht einmal an den wendet! kann, der vermöge seiner doppelten Stellung als Geistlicher und Vorgesetzter dis Wicht hätte, ihm denselben z« lindern, und auf jede mögliche Weise der Abhülse solcher unerträglichen Uebel den möglichsten Vorschub zu leisten. Sollte man glauben, daß es wirklich solche hartherzige Rabbiner geben könnte, die dem Lehrer den bitteren Kelch noch bis auf die Neige leeren lassen? Kaum ist's glaublich, daß Rabbiner bei Schulprüfnngen die schwierigsten Stellen in den Gegenständen fragen, die sie in Gutachten an die Regierung als zum Unterrichte unzulässig darstellte!!, oder bei Confirmationen Fragen vorlegten, die sie den von ihnen selbst unterrichteten Kindern nicht aufzustellen wagten. Und warum dies? Einzig und allein aus dem Grunde, um den unliebsamen Lehrer als einen, seine Pflicht vernachlässigenden der Gemeinde darzustellen. Doch genug von diesen Lappalien, die zu den vielen Kränkungen noch die ärgste fügen und uns an die bekannte Fabel von dem kranken Löwen erinnern. Wir glauben nun genugsam dargethau zu haben, wie unerträglich die Stellung des jüdischen Lehrers in Nassau ist, und wie die traurige Wirklichkeit, dem sein Amt mit den größten illusorischen Hoffnungen Beginnenden bald jeden Eifer rauben muH. Sage man nicht, daß derjenige, der sogleich erkaltet, nie rechte Neigung zu diesem Berufe gehabt habe. Wie Vielen ist wohl gegönnt daß sie trotz den größten Mißgeschicken, trotz der Ungunst, mit der das Schicksal sie in ihrem Stande verfolgt, ihm mit derselben Unverbrüchlichkeit treu bleiben? Auch wen noch so viel Lust und Liebe zu diesem Berufe treibt, muß am Ende sie durch die geschilderten Vorgänge verlieren, und giebt es nur Wenige, die, sich über Alles dies hinaussetzend, freiwillig bei der Fahne bleiben. Zeihe man mich nicht der Uebcrtreibung; was ich gesagt, werden Viele meiner College!!, dessen bin ich gewiß, öffentlich bezeugen können. Ist es denn nicht schon genugsam dadurch bewiesei!, daß einige unserer Lehrer sich in's Ausland begeben und viele

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