Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1860)
- Article
- Siwan
- Date
- 1860-06-01
- Page
- 459 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ג׳ ימי ׳וענלר. 459 ״schweigen und dich beugen vor dem König der Könige aller Kö- ״nige der es also von dir fordert/' Oder ״es nehme Vater oder ״Mutter, eine Million von dir und würfe sie in deiner Gegenwart ״ins Meer, sollst du ihnen kein kränkendes Wort entgegnen, dich ״ihnen nicht einmal betrübt darüber zeigen, geschweige denn gegen ״sie aufgebracht werden, sondern dich beugen vor dem Gebot deines ״Gottes und schweigen!" So der ״Schulchan Aruch" deiner ״Religion" vom Sinai. Geht hin und suchet ein Gleiches in den Codices eurer bürgerlichen Gesetzgebung und in den Catechismen eurer religiösen Moral- Wie aber die ״religiöse" Sinai-Tafel mit dem Gottes gedauke n beginnt, aber diesen Gedanken aus dem Bereiche der Innerlichkcit hinaus führt in das Reich des Himmels und der Erde und hineiuführt in das Bereich der bürgerlichen und schaffenden Tha und in den Kreis des Lebens der Familie und des Hauses, dorthinein Ihn gepflanzt wissen will und die Besiegelungseiner Anerkennung durch opfervolle, hingebungsreichste Handlungen und Thaten fordert, — so beginnt allerdings die ״bürgerliche" Tafel mit 'לא תרצח ,לא תנאף וגו, du sollst nicht morden, sollst nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsches Zeugniß gegen deinen Nebenmcnschen ablegen; aber sie glaubt mit Nichten die bürgerliche Wohlfahrt gesichert zu haben, wenn sie die Legalität nicht auch in das Innere der Menschen pflanzt und wiederum das Schwerste von einem Menschen- Herzen fordert: du sollst nicht gelüsten nach dem Hause deines Nächsten, sollst nicht gelüsten nach dem Weibe deines Nächsten, nicht nach seinem Knechte und seiner Magd, nicht nach seinem Stiere und seinem Esel, nicht nach Allem was deines Nächsten ist — לא תחמוד! — und ihr meint allen Ernstes die bürgerliche Wohlfahrt bauen > und sichern zu können durch blos äußere Gesetzgebung, ohne di«! gesetzliche Umwandlung des inner« Menschen, die allerdings nur j dem lebendigen Gottesgedanken möglich ist?! s Geht, geht! und wenn ihr an jede Straßenecke einen Kerker z und vor jedes Haus einen Schergen und in das Innere eines 1 jeden Gemaches die Hoheitszeichen eurer Macht hinpflanztet — und! wenn ihr von frühester Kindheit an den Gemüthern euvet Knaben! schon den Respekt vor Bürgerpflicht und Bürgerehre mit dem — waö als den stärksten Hebel der Mensch enthat verehrt, — mit ih-