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Jeschurun · 1860-06-01 · Heft 9 (Juni 1860) · p. 458

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 9 (Juni 1860)
Article
Siwan
Date
1860-06-01
Page
458 (sequence 8)
Language
German
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458 jedem Sabbath — nicht zu predigen und predigen zu hören, nicht zu singen und singen zu hören — daß du den Muth hast, allwöchentlich vier und zwanzig Stunden dich und deine ganze Welt auf seinen Altar zu legen, vier und zwanzig Stunden deine Herrschaft über deine Welt ntederzulegen und ihm, ihm durch das Opfer deines Geschäfts, durch das Opfer deiner, seine Welt meisternden, in seine Welt die detuige schöpferisch hinetnbauenden Thättgkeit, die lauteste, Himmel und Erde durchdringende Huldigung thatsäch lich darzubrtngen. Hast du dazu nicht den Muth, dann gehe, gehe, dann ist אנכי dir eine Lüge, und לא יהי׳ לך eine Lüge und לא השא eine Lüge, dann huldigst du mit wohlfeilen Worten die nichts kosten deinem Gott, dann'stellst du ihm mit Nichten den Herrscherthron im Himmel und auf Erden zurecht. Tempel baust du ihm um ihn dort hinein zu bannen, aber dein Haus und dein Geschäft, dein ganzes bürgerltches, menschliches, wirkliches und wahrhaftiges Leben behältst du für dich und stellst dort hinein die Götzen deiner Selbstsucht und deines Eigennutzes, die Idole deiner Klugheit und deines Fleißes beugst dich vor ihm in seinem Tempel und verleugnest ihn höhnend in seiner Welt — Und wie er ״sein Zeichen zwischen dir und ihm" im Anblick des Himmels und der Erde in seinem Sabbath von dir fordert, so fordert er endlich ein Wahrheitsstegel deines ihm huldigenden Gehorsams in dem noch engem Kreis der Menschensamilie durch ganzliche Selbstverläugnung einem Menschcnwtllen gegenüber um Seinetwillen — die schwerste Aufgabe, die einem Menschen zu setzen wäre — indem er בבר אח אביך ואח אמך als letzte Gipfelung deiner ״religiösen Beziehung zu ihm" fordert. Nicht aus der Tafel des bürgerlichen, auf der Tafel des ״religiösen" Gesetzes steht "״בבר. Denn die ״Elternehre" und der ״Elterngehorsam", wie sie das jüdische Gesetz vom Sinai fordert, hat nichts gemein mit dem ״Ehre deinen Vater und deine Mutter" der blos bürgerlichen Familienordnung, mit der bloßen ״Pflicht der Dankbarkeit der Kinder gegen Eltern" unserer Moraldialektik. ״Und säßest du als Mann im Eh- ״rrnkletde auf dem öffentlichen Ehrenfttz an der Spitze deiner bür- ״gerlichen Gemeinde und es käme dein Vater oder Mutter und zer- ״risse dein Ehrenkleid und schlug dir aufs Haupt und spie dir ius ״Angesicht, sollst du kein kränkendes Wort ihnen entgegnen, sondern

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