Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1860)
- Article
- Siwan
- Date
- 1860-06-01
- Page
- 454 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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454 Siwan. Wahrheit und einer nimmer welkenden Pflanzstätte der Sittlichkeit zu machen, und die äußere rastlose Arbeit an dem Ausbau der Erde und der Menschengescllschaft zu einem Reiche Gottes, in welchem das Recht und die Sittlichkeit, die Pflicht und die Liebe alle Verhältnisse gestaltend beherrschen und im Einzeln-, Familien- und Völkerleben nichts als den göttlichen Willen auf Erden durch freie Menschenthat zur Verwirklichung bringen. Ein Gesetz, das somit in vorderster Reihe nicht Tempel, sondern den Menschenleib und den Menschengeist und das Menschenherz, das Menschenhaus und die Menschengesellschaft als Boden seiner Wirksamkeit und dafür nicht weniger als das ganze Leben mit allen seinen Momenten und in allen seinen Momenten in Anspruch nimmt. Ein Gesetz, das somit das Schwerste von einem Menschen, bas die freudige Unterordnung und Selbstdahingebung seines ganzen Wesens für sein ganzes Leben an einen hohem Willen fordert, ein solches Gesetz fordert hiermit eben nichts anderes als התקדשות, als weihende Selbsthingebung wortlich: ״sich bereitstellen", und seine vorbereitende Vorbedingung konnte keine geringere Anforderung stellen als:לך אל העם וקדשחם היום ומרור gehe zum Volk und hetlige ste, d. i. mache fie zur Hingebung an das zu Erwartende bereit heute und morgen! Und wie spricht sich schon in dieser vorbereitenden Aufgabe der ganze Charakter des zu erwartenden Gesetzes aus! אל חגשו אל אשר. — ,וכבסו שמלתם — ,וקרשתם, — die an dem Innern und mit dem Innern zu vollbringende innere That der Heiligung und Bereitstellung des ganzen Wesens: קידוש, — durch symbolische äußere Handlung verkörpert: כיבוס, — und durch opferfordernde sittlichfreie Beherrschung der Sinnlichkeit sofort bethätigt: פרישות, — siehe da in dieser ersten vorbereitenden Ausgabe die Grundzüge der diesem Gesetze so charakteristischen ,תורות עדות und חוקים! Keinen Gedanken und keine Gesinnung achtet dicseh Ge° setz, die so lich tsch eu sind nicht den verkörpernden Ausdruck im Licht der Oeffentlichkeit zu ertragen, oder die so schwach 6nd, daß sie das Leden der That nicht beherrschend zu gestalten vermögen, und ebenso kennt es keine blos äußere Legalität der Handlungen, der sich das Bereich der Gedanken und Empfindungen verschließen dürfte. Alle Gedanken und Gesinnungen sollen äußerlich und