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Jeschurun · 1860-06-01 · Heft 9 (Juni 1860) · p. 453

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 9 (Juni 1860)
Article
Siwan
Date
1860-06-01
Page
453 (sequence 3)
Language
German
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ג׳ ימי מגבלה 458 sondern die Summe und das All der am Sinai offenbar gcwordenen Lehre, wahrlich, es wäre nicht abzusehen, wozu es all dieser so bedeutsam eingeschärsten Vorbereitungen bedurft hätte. Die Lehren von Gott, die die vom Sinai stammende Wahrheit Predigt, stnd so einfach, liegen dem menschlichen Gemüthe so menschlich nahe, daß es ja nur eines kindlichen Blickes und eines ktndltchen Herzens bedarf um in vollster Klarheit und in tiefster Innigkeit eine Wahrheit zu fassen, die Philosophische Analyse und Synthese wohl verwirren, wohl abschwächen und unter Schonung der äußern Hülle des eigentlichen Kerns und Lebens berauben, kaum aber irgendwie reiner und reicher über das hinaus zu führen vermöchten, was im Anblick des Himmels und der Erde und ihrer Schöpfungswunder bereits als die unzerstörbare Burg des Gottesreiches im Munde der Kinder und Säuglinge sein Dasein und seine Pflege findet. Wäre die finaitische ״Religion" — um denn auch von der Sinaioffenbarung das Wort zu gebrauchen, durch welches man diese gemeinhin mit so Vielem zusammen zu Wersen Pflegt, was sonst die gottesbedurftige Menscheu-Brust auf Erden fich von ihren Beziehungen zu dem Reiche des Uebersinulichen, zur ״Befriedtgung ihres religiösen Bedürfnisses" eonstrutrt — wäre sie eine Religion, die ihre höchsten Triumphe und ihre höchsten Segnungen in der ״Spende des Trostes im Leben und der Hoffnung im Sterben" zu bewähren hätte; welcher so ängstlicher Vorbereitung hätte es bedurft um die Gemüther für die Empsängniß einer Lehre zu öffnen, die so sanft und leicht wie der Sonnenstrahl und die Frühlingsluft käme um Lebensmuth und Todeszuversicht dem nach Tröstung lechzenden und nach Stärkung ausschauenden, armen Gemüthe der Sterblichen mit freigebiger Beseligung zuzufächeln? Allein nicht einen Glauben, nicht eine Religion, ein Gesetz uns zu bringen, rief uns der Gottestag am Sinai um den im Feuer der Gottesherrlichkeit flammenden Gottesberg zusammen, ein Gesetz, dem nicht mit einem leicht hingesprochenen Credo des Glaubens, nicht mit einem Seufzer selbstquälerischer Wehmuth, nicht mit einem flüchtigen Entzücken himmlischer Regung genügt wird, ein Gesetz, das vor Allem die That fordert, die innere und äußere That fordert, die innere unausgesetzte Arbeit an dem eigenen Geist und dem eigenen Gemüth, beide zu einer immer mächtigeru Werkstatt der

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