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Jeschurun · 1860-05-01 · Heft 8 (Mai 1860) · p. 433

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 8 (Mai 1860)
Article
Hamburg
Date
1860-05-01
Page
433 (sequence 3)
Language
German
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Correspondcnz. 433 vor allen Dingen nöthig war, sie beriefen in dem Hrn. L?. Plaezek einen Mann, der die Kenntnisse und das Talent besitzt, einer solchen Anstalt als Dtrcctor vorzustehen. Wer die Scheu der Eltern, — vielleicht besonders der Hamburger — kennt, sich an einen! Unternehmen zu betheiligen, das noch keinen Namen hat, und ihre Kinder zu einem Experiment herzngeben, dessen Erfolg im Anfang trotz der besten Aussichten ein zweifelhafter war, der wird leicht einsehen, wie Las Institut in der ersten Zeit zu kämpfen hatte, welche Opfer es den Gründer» auferlegte. Es hatte allen Anschein, daß die Schule mit höchstens zehn Schülern beginnen würde. Die Sache selbst jedoch war ein so großes Bedürfniß und fand solchen Beifall, daß das Institut mit ca. 30 Schülern eröffnet werden konnte. So glücklich wie die Unternehmer in der Wahl des Directors waren, so glücklich war dieser in der Wahl der Lehrer, die ihm zur Seite stehen sollten, und so berechtigte die Schule gleich in den ersten Wochen ihres Bestehens zu guten Erwartungen. Mit ihnen wuchs auch die Theilnahme der Eltern. Am Schluffe dieses Semesters, nach einem elfmonatlichen Bestehen, konnte die Anstalt schon ihre Leistungen an dem Unterricht von ca. 50 Knaben öffentlich verlegen. Theils wegen des kurzen Bestehens der Schule, theils wegen der ungeeigneten Räumlichkeit, zog der Director vor, statt in einer eigentlichen Prüfung, die in einigen wenigen Stunden alle Knaben und den hauptsächlichen Unterrichtsstoff dem Auge des Publikums vorsührt, den Repititionsunterricht in der letzten Woche des Semesters in allen Classen zugleich während 3 Tage öffentlich zu ertheilen; eine Veranstaltung die sich für die Beurthetlung der Art und Weise, wie die verschiedenen Lehrfächer behandelt werden, und des Geistes, der in der ganzen Schule vorwaltet, sehr zweckmäßig erwies. War es schon erfreulich wahrzunehmen, welches lebhafte Interesse die Anstalt in der Gemeinde erregt, da während der 3 Tage, — dreier Wochentage, au welchen das Geschäft die ganze Zeit und den ganzen Sinn der Hamburger in Anspruch zu nehmen scheint — die Räume zu klein waren für den zahlreichen Besuch von Herren und Damen, so macht das, was die Schule den Besuchenden vorführte, den erhebendsten Eindruck. Die geistige Frische der Lehrer und Schüler, die bis zum letzten Augenblicke in voller Kraft blieb, der freudige Antheil, den die

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