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Jeschurun · 1860-05-01 · Heft 8 (Mai 1860) · p. 432

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 8 (Mai 1860)
Article
Hamburg
Date
1860-05-01
Page
432 (sequence 2)
Language
German
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j 432 Csrresp0l1d-«z. betts dünnsten Faden knüpft sein Denken und Wissen, sein ganzer Kreis von Erfahrungen an das an, was es zu Hause üben steht, j waS ihm selbst zu üben aubefohle» wird — selbst da wo es über- ׳! Haupt noch geübt und befohlen wird. So ist die Kluft schon weit! ■; offen, ehe daS Kind von der Schule ins Leben tritt. Aber wenn wir ans diesem Dunkel, das vor uns liegt, keinen Hs Ausweg finden, wenn unser kleingläubiges Gemüth, durch solche trüben j| Erscheinungen beirrt, an der Zukunft des Judenthums verzweifeln mochte, dann zuckt plötzlich hier und dort ein Lichtstrahl durch die;i Nacht so freundlich und hell, daß er die Hoffnung in uns wach ruft,!! cs sei kein vorüberziehendes Meteor, es sei der erste Strahl der - Morgenrvthe einer bessern Zukunft. Zu diesen Lichtstrahlen zählen wir in erster Reihe, die in dem h letzten Jahrzehnt in verschiedenen Gemeinden aufblühenden jüdischen Hs Bürgerschulen, in denen die Kinder als Juden für ihr bärgerlt-!J ches Leben vorbereitet werden, wo Leben und Lehre, in der Schule j; wenigstens, das darstellcn, was Beide in Wirklichkeit sein sollen; ein von jüdischem Geiste beseeltes und getragenes Wissen. ' Auch in unserer Gemeinde besteht seit nahezu einem Jahre eine solche Schule. 1 Zwar eristirt hier schon seit vielen Jahren eine israelitische Armenschule, in denen sowohl speciell jüdisches, als allgemeines Wissen gelehrt wird. Aber erstens wird diese Anstalt von Kindern bemittelter Eltern säst gar nicht besucht, aus Gründen, die hier zu! erörtern zu wett führen wurde, und zweitens kann auch in dieser,!■; das jedenfalls nur mangelhaft erreicht werden, was wir oben angedeuiet haben, da in derselben alle Lehrgegenstände, die nicht zum speciell jüdischen Unterrichte gehören von christlichen Lehrern — wie es scheint sogar principiell nur von solchen — ertheilt wird. Sind dle jüdischen Lehrer an einer solchen Schule nicht besonders begabte, an universeller Bildung reiche Männer, so kann auch hier die Kluft nicht gefüllt werden, ja das Kind wird hart an ihrem Rande groß gezogen. Noch weniger konnten in dieser Beziehrmgnndere hier bestehende jüdische Schulen genügen, und so entstand für die Männer, die Sinn und . Herz für die Erhaltung des jüdischen Lebens haben, die Nothwendigeit, eine gute jüdische Bürgerschule zu errichten. Ein kleiner Kreis Gleich-! gesinnter und Opferwilliger vereinigte sich zu dem Zwecke und was!

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