Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 7 (April 1860)
- Article
- Die Juden in Spanien und ihre jüngsten Geschichtschreiber
- Date
- 1860-04-01
- Page
- 362 (sequence 11)
- Language
- German
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362 Die Juden tu Spanien nr.d ihn jüngsten Geschi^tschretber. 1835, als das Decret zur Austreibung der Mönche auch hier aukam. Die okststas rannten hausenMiö nach dem Dominikanerkloster Und ließen von dem weitläufigen Gebäude, verabscheuten Ästdenkens, keinen Stein aus dem andern. — Heutzutage find ble chuetes nicht mehr den religiösen Verfolgungen und den Plackereien der Behörden auSgesetzt; noch immer' aber betrachtet man sie als Wesen, die zu einer niedrigen Ordnung zählen; man fliehet ihren Umgang, meidet jeden Verkehr und trotz ihres/Reich« thums verschwägert sich kein alter Ehrist mit ihnen; er würde dadurch sein reines Blut entweiht glauben. So gewaltig ist die Macht des Vorurtheils, so unvertilgbar der Stamm- und Religionöhaß! Der Gläubenswechsel hat ihnen den Anspruch auf's Leben ertheilt, sie aber der Schmach gctveihet. Sie find Katholiken und Burger, aber mit dem Brandmal ihrer Abstammung gezeichnet; sie genießen dieselben Rechte, aber nicht dieselbe Achtung; ihr Wohlstand selbst, die Frucht der Industrie und Arbeit, ist nur ein Grund mehr zur Abstoßung und zum Neide.... Danach läßt sich die Lage der Juden in früheren Zeiten leicht ermessen. So entsetzlich aber auch ihre Lage war, so gab eö doch noch etwas Entsetzlicheres, bitterer als Tod und Knechtschaft, unertrÜgltchet als Spott׳ und Schmach; die Verletzung der Familienbande, die gewaltsamen Eingriffe in die väterlichen Rechte. Man nahm ihnew Habe, Freiheit, Lehen, Ehre und, um diese Frevel zu krönen, nahm man ihnen die Kinder, dieses geheiligte, unverletzliche Eigenthüm! Diese Menschenräuber machten es' «Ht wie Hervdes, der die unschuldigen Kinder an der Mutterbrust erwürgen ließ; sie machten eS viel ärger: die Kinder wurden getauft und entweder sofort nach der Geburt von her Familie getrennt, oder bis zum siebenten Jahre brr den Eltern gelassen, um ihnen die Trennung von dem Gegen- - stände ihrer Liebe desto schmerzlicher zn machen. Man erzog sic mit tückischer Sorgfalt, drückte in die weichen Kinderseelen tiefen Abscheu Hot der väterlichen Religion, Verachtung und Haß gegen , die eigenen Stammgenossen und bildete aus diese Weise zu den höchsten Ehrenfiellcn geförderte, eisrige Bekehrer und blutige Ver-