Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 7 (April 1860)
- Article
- Die Juden in Spanien und ihre jüngsten Geschichtschreiber
- Date
- 1860-04-01
- Page
- 363 (sequence 12)
- Language
- German
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W. m Eastr» und Awator de los Ri»«. folget derselben. Päpste und Conctlien sanctionirten diesen Raub, und die Könige gaben sich zu Werkzeugen dieser Gräuel her- De los Rios, das muß man der Wahrheitsliebe des Geschicktschreibers lassen, hat dessen kein Hehl; aber warum mußte er diese hässenswerthcn Maßregeln vcrthcidigcn und billigen? Die Ungerechtigkeit ist empörend, empörender aber noch die Rechtfertigung ungerechter Handlungcp. ^chon solche Mißbräuche beschönigen ist klaglich und nun gar sie verfechten! Was würde de los Rios dazu sagend wenn die Kasuisten für die Apologie der Mortara-Sache seine Argumenteentlehnten? Er hat sich in einen falschen Weg verrannt, der ihn zu einer starrherzigen llnparteilichkeit geführt hat, und her, wie schon bemerkt, auf die Unterscheidung der großen und kleinen Moral hinausläuft. Der Historiker konnte einfach all die augedenteten Gräuel aus zwei Quellen Herletten: den Vorschriften des Evangeliums widersprechender, von finstern Pfaffen unterhaltener und geschürter RelLgionshaß heißt die eine, Gelddurst und Raubsucht die andere.. Es ist um so mehr zu verwundern, daß der in der Literatur so einheimische Verfasser sich nicht an diese beiden ursächlichen Erscheinungen hielt, da man ihnen auch außerhalb des geschichtlichen Gebiets in allen Epochen der spanischen Literatur begegnet. Der Cid, das Musterbild kastiltanischcn Biedersinns in dem ältesten poetischen Denkmal Spaniens, nimmt seine Zuflucht zu einem schimpflichen Mittel, sich Geld zu verschaffen. Gegen ein beträchtliches Darlehen verpfändet er bei den jüdischen Wechslern Rachel und Bidal zwei angeblich mit Juwelen und andern Kostbarkeiten, wirklich aber mit Sand angefüllte, Wohl verschlossene Kisten, unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, sie erst nach übcreingckommener Frist zu offnen. Mit sichtbarem Wohlbehagen, des Beifalls seiner Hörer gewiß, weilt der Dichter bet dieser Episode, die seinem Helden in unfern Augen wenig Ehre macht. Sancho Pansa (Th. 2. 0. 8.) äußert: ״Hätte ich nur meinenfesten und aufrichtigen Glauben an Gott und au Alles, was die heilige römisch-katholische Kirche lehrt; ja, hätte ich, Alles in Allem, nur meinen tvdtlichen Haß gegen die Juden für michdie