Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 6 (März 1860)
- Article
- Aus einem Briefwechsel über die Psalmen
- Date
- 1860-03-01
- Page
- 317 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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über die Psalmen. 317 gesetz den niedrigen Zwecken und Interessen der Selbstsucht und der Leidenschaft unterthan und dienstbar zu machen! Es hat aber Gott, wie er zum Herold und Kämpen seines GesetzeS für die Sittlichkeit des Individuums in jedem Individuum das Gewissen bestellt, also auch für die Sittlichkeit der Gesammthetten einen Herold und Kämpen seines Gesetzes mitten in den Kreis dieser Gesammtheiten dahingestellt, auf, daß Völker und Staaten immer vor Augen haben können und wenn sie es tausendmal vergessen immer wieder und wieder gemahnt werdenz: daß es für das Leben der Völker und Staaten kein anderes Gesetz als für das des Individuums gebe, daß hier wie dort alles Heil von der Heilighaltung und Verwirklichung des göttlichen Sittengesetzes bedingt sei, und daß nicht nur Individuen, sondern auch Völker und Staaten vor Allem Gott zu gehorchen und zu dienen haben. Mitten in das Gewoge des kreisenden Völker- und Staaten-Werdcns, das wir Geschichte nennen, griff Gott hinein und stellte Ein Volk hin, daö in conkreter, sinnlich erkennbaren Augenfälligkeit keinen andern Boden des Daseins als das göttliche Gesetz, keine Macht nnd Hoheit, kein Scepter und keine Krone als dies göttliche Gesetz und keinen andern Schutz haben sollte als das göttliche Wohlgefallen und das in Pflichttreue und Verirrung, in Blüthenglanz und Exilselend, mit seiner ganzen freud- und leidvollen Geschichte von Jahrtausenden nichts ist als ein Dokument der Allem obsiegenden Machtherrltchkett des göttlichen Gesetzes. Und dieser Gottesprotest gegen die Emancipirung des Völker- und Staatenlebens von den Gefahren für das göttliche Sittengesetz, dieser Mahner und Prüfstein der Völker und Staaten, dieses wandernde Völker- und Staaten-Gewissen für die Weltgeschichte ist Israel, und sollte und soll in dem gottgesalbten Blüthen-Gipsel des jüdischen Geistes und Lebens — משיתי — seinen weithin leuchtenden Vertreter und Ausdruck finden. Wenn Israel in seiner Pflichttreue blühet und an seinem Blüthengipfel sein König in einer Vollendung leuchtet, deren Ideal ich Ihnen jüngst in schwachen Zügen angedeutet, dann ist es der Leuchtthurm an dem Gestade des nachtbedeckten Volker-Meeres, auf dessen Feuerschaale sein אעורת, das Gesetz gewordene Gottesfener zur Ort-- entirung der Völker leuchtet. Und seitdem es mit der Pflichttreue