Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 6 (März 1860)
- Article
- Adar
- Date
- 1860-03-01
- Page
- 297 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2932877-2932884-2944514--05429-2944540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Und glclchwohl! 297 geschichte des jüdischen Volkes zu dem herrlichsten, leuchtendsten GottcSdenkmal gemacht, hat dieses Volk in seiner Zerstreuung zum großen weltgeschichtlichen Räthsel dahin gestellt, das sich aller Berechnung entzieht, das alle apriorischen Geschichtsconstrnktionen zu Schanden macht und aller statistischen Geschtchtspragmatik spottet, das unwiderstehlich den Einen Einzigen קורא הרותח מראש als den einzigen Lenker der Geschicke und das Sittliche als die einzige unüberwindliche Macht und die einzige unzerstörbare Kraft für das Leben der Menschen und Völkern verkündet. Allein nicht nur nach Außen schaut die Mathnitha indem sie an der Hand dieser Verheißung die Phasen der jüdischen Galnthgeschtchte mustert, nicht nur darin, daß weder der Chaldäer Macht, noch der Perser Stolz, noch der Griechen Geist, noch der Römer Schwerdt das zerstreute Israel erlegen, nicht nur darin, in diesem äußern Geschick weist sie die Fortdauer des Gottesbundes mit ihm nach, nicht nur darin, meint sie, zeigt sich, wie ein anderes Wort der Weisen sagt: הן הן גכדדותיו ה! רק מראוחיו^ die Gottes Allmacht und die Furchtbarkeit seines Schutzes vor den Augen der Völker; in die innere Geschichte der jüdischen Galuthjahrhunderte blickt sie hinein, und zeigt uns dort, in jeder Gegenwart der jüdischen Geschlechter die Zeichen der Gottesnähe trotz der Entfernung die Beweise des fortdauernden Gottesbündnisses trotz der Zerstreuung, die Beweise: daß wie sehr auch der Untergang des jüdischen Staates für die sittliche Verirrung und den geistigen Fall des jüdischen Volkes zeuge, dennoch, trotz dieser Verirrung und dieses Falles, das jüdische Volk noch sittlich und geistig hochstehend und also in der weckenden, erleuchtenden und belebenden Gottesnähe blieb, daß diese Verirrung und dieser geistige Fall doch nie den tiefen, der Gottesbestrahlung harrenden Lebenskern gottschauender Erkenntniß und gottdienender Treue also zerstörte, daß nicht in jeder Zeit von jüdischem Geist und jübischer Treue erfüllte Männer aufblühten, die das Volk durch ihre Lehre und ihr Beispiel, durch Wort und That mit fortrissen zur Erkenntniß und Treue, über Verirrung und Fall hinaufretteten zur Erkenntniß und Treue und selbst nach Außen, indem sie selbst der feindlichen Welt Achtung abgewannen, selbst dieser staunenden feindlichen Welt die Ueberzeugung aufnöthigten, daß nicht nur Gott noch