Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 281 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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von Dr. Josua Sternschuß. 281. Maschine einen Künstler" erfreut stch derselben Beständigkeit: er ist also auch kategorisch. Es ist also hohe Zeit, daß der gesundeWerstand seinen etgenen, großen, wahren und einzigen Werth einsehen lerne und sich nicht mehr von der dialektischen Vernunft verhöhnen und verspotten lasse, denn ״er" nur ist eine Wirklichkeit, ״er" nur erfreut sich der Beständigkeit (Ccmstant-ia) die der dialektischen Vernunft abgeht- Es ist schon hohe Zeit: daß der Mensch mit gesundem Verstände dem Skeptiker, der ihn an Recht und Unrecht, an allem Geistigen u. s. w. zweifeln lehren will, ebenso dreist iit's Gesicht lache als demjenigen, der ihn an dem Dasein von Eisen, Gold, Kupfer zweifeln lehren wollte. Selbst der überlieferte allgemeine Glaube, der weder ein Produkt der Vernunft — die ihn noch heute verläugnet, oder im besten Falle, in Zweifel zieht; noch des Unsinns ist, — denn die Kraft muß ja wenigstens so dauerhaft sein, wie ihr Stoff, bleibt bet starker Gehirnerschütterung der Stoff unversehrt, so kann die kräftigere Kraft unmöglich durch diese Erschütterung bis zum Nichts zerstört worden sein — der sich einer unvergleichlichen Constantia erfreut, so daß der Begriff Mensch vom Begriffe ״Verstand und Glaube" unzertrennlich ist, ist durchaus eine Wirklichkeit. Da auch der gesunde Verstand nicht die Quelle des überlteferten Glaubens sein kann, denn: 1) so wenig der Mensch das Gehen und Sprechen erlernt haben würde, wäre er, um sprechen und gehen zu lernen angewiesen vorher die Anatomie und Mechanik zu erlernen, und wäre er nicht durch einen Naturtrieb wie durch äußere Veranlassungen dazu angeregt worden: eben so wenig, ja noch weniger würde er haben einen Glauben annehmen und ihm fest anhangen können, wäre er, nm dazu zu gelangen, seinem eigenen Verstände überlassen und wäre er nicht durch einen innerlichen Hang für Religiosität empfängltch und ihrer bedürftig geschaffen — wäre der Glaube ihm nicht als Realität gegeben. 2) kann der Verstand zwar den Menschen im überlieferten Glauben bestärken, ihn berichtigen, weil beide geistige Realitäten sind, — was er beim Sprechen und Gehen nicht im Stande ist,