Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 278 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Zur Würdigung der Ansprüche des neue» Materialismus brität; in der Metaphysik aber, wo Er den harmonischen Gesang der sich bewegenden Himmelskörper zu vernehmen vorgab , mag er schon manchem seiner Zeitgenossen lächerlich vorgekommen sein. So die Behauptung, das Feuer sei ein belebtes, alles verzehrendes Thier, die Erde ein lebendiges Thier — dessen Augen, Ohren, Nase, Mund, Zähne ja Eingeweide, noch in unsern Tagen, ein berühmter Bergmann Nachweisen zu wollen sich nicht scheuet — daß die Himmelskörper lebendige vernünftige Wesen seien, oder die Bewohner des Jupiter, der Venus u. s. w. genau beschreiben, und hierauf gestützt, dem, was der gesunde Verstand mit Recht behauptet, widersprechen zu wollen. Der Unterschied des Werthes der so geringgeschätzten populären Philosophie im Vergleiche zur spekulative», oder des gesunden Verstandes zur dialektischen Vernunft, möge in folgendcm Beispiele hervortreten. Der gesunde Verstand lehrt mich, wenn ich eine amerikanische Dampfmühle sehe, nothwendig aus einen Künstler schließen, der sie erbaut hat und hält es, um zu diesem Schluffe zu gelangen, nicht für nothwendig zuerst Beweise zu suchen, ob die amerikanische Dampsmühle wirklich da sei, ob sie wirklich eine amerikanische Dampfmühle sei, und ob sie nicht durch einen Biber oder gar von selbst entstanden sei. Derselbe Verstand lehrt auch: daß der Akt der Bewegung, selbst beim Menschen, etwas unwillkührltches ist, also die Bewegung selbst nicht die Ursache der Bewegung sein kann. Nun sehen wir die ungeheure Erde, deren Bestandthetle alle träge Körper sind, sich um die Sonne bewegen, diese Bewegung laut einer bestimmten, ja vorher zu bestimmenden Berechnung vollführen, laut einer so kunstvollen Berechnung vollführen, daß selbst die möglichst tüchtigen Mathematiker sie nur durch Annäherung herauszubrtngen im Stande sind und im Lause ׳ der Jahre immer zugeben müssen, um das Sonnenjahr durch An- Näherung richtig herauszubekommen; laut einer Berechnung, die mit der der Bewegung der anderen Planeten des Sonnensystemes pünktlich übereinstimmen muß. Während wir also, um das Sonnenjahr nur durch Annäherung richtig herauszubekommen, immer meistern müssen, geht die Bewegung feit Tausenden von Jahren ohne Regulirung von Statisch und wird ohne Regulirung noch Tausende