Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 277 (sequence 8)
- Language
- German
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von Dr. Jssua Sternschuß. 277 wird? Zu welchem physiologischen Naturgesetze, das von ihren groß- \ tm Koryphäen anempfohlene Savoir faire etc. gehören mag? Dieses vorausgeschickt, kehren wir zu der stolzen Metaphysik zurück. Diese, auf Logik gestützte Lehre fängt damit an, daß sie den Menschen über alles Menschliche hinaus stellen und erheben will —; denn sie will das Menschenunmögltche, das Wesen der Dinge erkennen lehren; und endigt — ganz folgerecht — damit: daß sie ihn wett unter das Thier, ja ihn sammt seiner Gottheit — durch den Pantheismus — dem Kothe und Dünger gleich stellt. Wie konnte eS auch anders kommen! Der Mensch kann nicht nur physisch nichts NeuesMchassen, sondern alle seine Wissenschaften müssen von gegedenen Artomen, Definitionen und Grundsätzen ausgehen; so geht die Mathematik von einem mathematischen, sinnlich nicht wahrnehmbaren Punkte, von einer sinnlich nicht wahrnehmbaren Linie, von einem Winkel u. s. w. also von unbewiesenen, aber durch ihre Constanz unbezwetfelten Realitäten, aus. So hat die Physik Jahrtausende hindurch keinen Fortschritt machen können, so lange nämlich die Naturforscher das Wesen der Kraft erklärt haben wollten, und erst nachdem!8560 sie von diesem, die Kraft des Menschengeistes übersteigenden und deshalb unnützen Bestreben abgebracht und die Kraft so wie die Materie als Grundelemente der Physik anzuehmen und nur ihre beständigen Eigenschaften zu beobachten und anzuwenden rieth, von dieser Zeit erst datirt der erstaunliche Fortschritt der Naturwissenschaften. Wo aber der Mensch diese Wahrheit nicht einsehen lernen wollte, nicht einsehen lernen will, und daraus beharrt das Wesen der Dinge erforschen und als Gesetzgeber und Schöpfer einer Wissenschaft auftreten zu wollen, da ist kein Fortschritt möglich, da kann der Mensch nichts als lächerliche Hypothesen zu Tage fördern. Selbst Männer, die in den exacten Wissenschaften sich unsterblichen Ruhm erworben, die uns durch die Größe ihres Geistes in Erstauneu setzen, machen mit ihren sogenannten philosophischen Anschauungen auf ganz andere Prädikate Anspruch. So ist der große und bescheidene Pythagoras in der Mathematik, durch seine ewig unumstößlichen Lehrsätze, eine ewige Cele-