Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 274 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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274 Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus. tien mehr als laxen Principien huldigen, dem schlichten Manne jez doch Mangel an Moral, an Ethik vorwerfen, und über die wahre! über die echte Moral und dergl. vollauf und beständig zu schreiben? 1 Giebt es einen grvßern Widerspruch, als eine transcendentale ohne f eine fundamentale Philosophie begründen zu wollen? Wenn man in -! der Mathematik transcendentale Funktionett hat, so dürfen diese den | elementaren Funktionen in nichts widersprechend sein. Der tiefstn- 5! uigsteIMathematiker darf nicht die einfachsten Anfangsgründe der | ArithmetikMezweifeln, geschweige denn etwas ihnen Widersprechen-! des behaupten, und deßhalb ist auch die Mathematik eine grundfeste 31 Lehre. Die transcendentale, spekulative Philosophie, die Metaphysik j hingegen läugnet oder zieht in Zweifel alles Natürliche, alles Vers standesgemäße und will selbst einen Bestand haben, macht Ansprüche j ans ein gründliches Lehrsystem. Kann und darf man ein Stockwerk j anfführcn wollen, wenn man das Fundament und das Parterre mit 1 eignen Händen untergräbt, ja gänzlich zerstört? Ueber Systeme über- 1 Haupt und besonders über die der Philosophie und der Medizin ha-!4 ben wir unsere Ansichten in der kleinen Schrift: Vs Ollolsra Epiff densioa, entwickelt. Hier müssen wir einiges schon dort Gesagtes 3.E wiederholen; nwralische Wahrheiten können nicht oft genug wieder- 3'i holt werden, müssen aber so lange wiederholt werden bis sie von J der gesammten Menschheit anerkannt und angen.ounuen worden sind. , I» diesem Sinne lenken wir zuerst die Untersuchung auf die! Frage, hat der Mensch in der That das Recht an Allem zu zwei-;5 fein und Nichts als etwas Wirkliches anzncrkennen? Würde Pyrrho J oder wenigstens — in dieser langen Reihe von Jahren — einer 3 der Pyrrhontsten aus purem Pyrrhouismus: ob der Hunger eine i Wirklichkeit sei, sich ungestraft aller Nahrung enthalten haben; würde M einer von diesen — aus Zweifelsucht — sich mit Sand anstatt j:i mit Brod ernährt haben, wäre einer von diesen, — aus Zweifel-!3 sucht — Hungers gestorben, hätte eine Kupfermünze statt einer 3ß goldenen angenommen; so würden wir selbst im ersten Fallen alle jfj Wirklichkeit verläuguen, und im zweiten die Leute wenigstens als ßj wahre Skeptiker anerkennen müssen. So aber müssen wir an der 33! Wirklichkeit ihres Skepticisums zweifeln, denn Hunger, Brod, Sand, f die Wand sind ja Wirklichkeiten, an deren Dasein selbst die Skep- 3 tiker nicht zweifeln dürfen und wirklich nicht zweifeln — wodurch p