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Jeschurun · 1860-02-01 · Heft 5 (Februar 1860) · p. 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 5 (Februar 1860)
Article
Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
Date
1860-02-01
Page
272 (sequence 3)
Language
German
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272 Zur Würdigung der Anspruch« t>c® neuen Materialismus bnmod) wirklich; lächerlich ist daher derjenige, der sich über eine wirkliche Wahrheit lustig wacht blos weil ste unerklärlich ist. Unerklärlich und doch wirklich ist der vielen Christen eingewurzelte Judenhaß! Kann und darf ein wahrer Christ an die Inden anders als mit Liebe und Dankbarkeit denkend An die Juden, denen ste doch die Ermöglichung der Entstehung des Christenthums zu danken härter!. Unerklärlich und doch wirklich wahr ist die, vielen wahren Christen, ja vielen Juden eigene Geringschätzung des alten Testament's, so daß der, in der Geschichte unvergleichliche Moses als Augenzeuge, bei den Gelehrten weniger Glauben findet als der viel spätere Herodot; ja sogar als der heute, nach so vielen Jahrtausenden lebende Geolog. Wenn Moses Namen, Jahreszahl und Geschlechtsfolge angiebt, so war der Beweis: daß mau unter den Fosilicn keinen Menschenkörpcr gesunden, gewichtig genug um das ganze Register der antidiluvtanischen Geschlechter als falsch zu erklären. Und hat dennoch das alte Testament im Stillen, ohne Geräusch — wie alles Göttliche — den schönste» Steg über seine Widersacher davon getragen, schreitet der Plutonismus dem Grabe nnaushaltsam zu, und bezeugt der Riesen- (Schaufel) Hirsch (Oervus euryceros) das antedilnvianische Dasein des Menschengeschlechtes und die Unstätigkeit der menschlichen Lehrgebäude: so will man trotzdem nach dem Men noch heute der Bibel, dem alten Testamente, das Hirngesptnnst einiger spekulativen Philosophen zur Last legen. Die ״Genesis" hat zwar die Entstehung des Menschen vor der übrigen Natur ausgezeichnet, denn überall heißt es — ״die Erde bringe hervor" beim Menschen dagegen: ״Gott selbst schuf den Menschen in seinem Ebenbilde"; nie will sie aber die Thiere als bewußtlose Maschinen, ohne allen Geist betrachtet wissen. Im Gegentheil finden wir im Bezug auf die verschiedene Schöpfungsgeschichte der Thiere und des Menschen, Prediger 3,21. ״Nur der ihr Wesen kennt, weiß es, ob Geist des Menschen aufwärts steigt und ״Geist des Thieres ntedersinkt zur Erde". Also der Geist des Thteres geht mit dem Absterben des Thieres nicht zu Grunde. Im alten Testamente finden wir keine Spur von der heute bei uns so eingewurzelten Verachtung der Thiere, sie schimpft nie ״Ochs", ״Esel" u. s. w. spricht dem Thiere nirgends Bewußtsein und Erkenntniß ab, im Gegentheil macht der Prophet dem zügellosen Menschen den Vor-

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