Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 271 (sequence 2)
- Language
- German
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»011 Dr. Josua Sternschuß. 271 vollkommene, gegen alle? Materielle sich so sträubende Geist soll von der sinnlosen Materie hervorgebrncht u׳ordc» sein, soll durch eine starke Erschütterung des Gehir!ts in das Nichts übergehen?? Auch wir wissen: daß man durch Fragen keinen Zweifel losen kann, allein wir wollen hier Niemandem vorgretfen. Wir wollen nur den Nimbus des vermeintlich erst in den neuesten Entdeckungen auf naturwissenschaftlichem Gebiete zum Durchbruch gekommen neu Scharfsinns, mit welchem die heutigen Materialisten sich zu umgeben, und den Zauber, durch welche» sie die Unerfahrenen zu bleusltchen, radikal zu zerstören suchen, um dann dem gesunden Vcrstände es zu überlassen ein unpartheiisches, freies Urthetl darüber zu fällen. Nur machen wir noch darauf aufmerksam, daß das wirklich bewunderungswürdige, unvergleichliche Jneinaudergreifcn in der Natur die Unterscheidung der Wirkung von der Ursache ungemein schwer, die Täuschung hingegen in dieser Hinsicht ungemein leicht macht. So ist im Mineralreiche die unerklärliche Anziehung die Ursache der Krystallisation und doch vergrößert — wie es scheint — die durch die Anziehung angehäufte Masse der Materie die Anziehung selbst, wodurch man zu der Behauptung verleitet werden kann: die Masse schaffe die Anziehung. Wenn also, dem gesunden Menschenverstände zu Folge, die Kraft die Materie nur bildet, nur formt: so schafft — nach der dialektischen Vernunft — die Materie die Kraft! Un-- ser Körper wird durch materielle Stoffe ernährt, allein um sich zu ernähren muß er verdauen, assimiliren u. s. w. Wird die Verdauung, die Assimilation u. s. w. durch Aergcr gestört, dann trägt — wie bekannt — das Beibringen der materiellen Stoffe zur Ernährung nichts mehr bei. Giebt es aber auch ein Aergerfluidum, wie es ein Lebensffuidum, ein Elcktrizitätsfiuidum sicher geben soll? Es ist'also mit Hülfe der dialektischen Vernunft unmöglich den Ariadnefaden zu finden, der aus diesem Labyrinthe herausfnhren soll, wir müssen daher anderswo einen festen Ausgangs- und Anhaltspunkt suchen. Wenn man von wiederum anderer Seite sich über das Eingekerkertsein der Seele im Körper lustig macht, so möge man uns das Eingekerkertsein der Elektrizität im Kupfer und im Zinke, welche zu ihrer Entwickelung noch einer Säure bedarf, crfaßltch machen. Unerklärlich ist jede Kraftäußcruug in der Natur, unerklärlich und